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Was ist der Entourage-Effekt?

03/12/2020 6 MIN. LESEZEIT Mirko Berger
03/12/2020 6 MIN. LESEZEIT Mirko Berger

Hanf ist eine unglaubliche Pflanze mit einer erstaunlichen Menge an Anwendungsbereichen.

Nutzhanf kann als Rohmaterial in nahezu jedes erdenkliche Endprodukt verarbeitet werden und wird heutzutage zur Herstellung von Textilien, Baumaterialien, biologisch abbaubaren Plastikalternativen und sogar von Autos genutzt. Doch neben all diesen praktischen Anwendungen hat Hanf auch eine ganz andere Seite, nämlich die als Heilpflanze. Nahezu 600 unterschiedliche chemische Verbindungen konnten bisher in der Cannabispflanze nachgewiesen werden und das beinhaltet über 120 Cannabinoide, Hunderte unterschiedlicher Terpene, Flavonoide, Polyphenole, Lignane und zahlreiche Spurenelemente.

Die Theorie des Entourage-Effekts besagt, dass in der Hanfpflanze vorkommenden Verbindungen und Stoffe (insbesondere die Cannabinoide und Terpene) in Synergie zusammenarbeiten, um sich gegenseitig zu verstärken, oder auf andere Weise in ihrer Wirkung zu beeinflussen. Oft findest du in dem Zusammenhang den Satz: „Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile.”

An dieser Stelle ist es wichtig anzumerken, dass der Entourage-Effekt eine bis heute umstrittene Theorie ist. Während viele Cannabis-ForscherInnen fest von dessen Existenz überzeugt sind, gibt es andere Stimmen, die sagen, dass dafür keine Beweise dafür vorlägen und der Begriff von der Cannabisindustrie lediglich zu Marketingzwecken benutzt würde.

Entourage-Effekt: Was wir bis heute wissen

Spätestens seit der „Entdeckung” von Tetrahydrocannabinol in den 1960er-Jahren, besser bekannt als THC, wissen wir, dass bestimmte Cannabinoide gewisse Effekte verursachen. Nach der Entdeckung von THC im Jahr 1964 durch die israelischen Forscher Raphael Mechoulam und Yechiel Gaoni verstanden Cannabis Forscher nun endlich besser, was den berühmten Rausch der ausmacht, der von der Hanfpflanze ausgehen kann. Durch viele Jahre weiterer Forschung kamen Mechoulam und Kollegen aber zu dem Schluss, dass das THC wohl nur für einen Teil der Wirkung verantwortlich war. Sie vermuteten, dass auch andere Verbindungen in der Pflanze die Wirkung mitbestimmen und nannten diesen Effekt den Entourage-Effekt.

So zeigten zum Beispiel Untersuchungen im Jahr 2006, dass die zum Teil äußerst unangenehmen negativen Nebenwirkungen von THC durch die Zugabe von CBD deutlich reduziert werden konnten. Daraufhin entstanden Theorien, dass CBD den Abbau von THC im Körper verlangsamt und negative Effekte wie Angstzustände dadurch abmildern und gleichzeitig die positiven Effekte von THC verstärken kann. Der Autor dieser Studie, Ethan Russo, ist zu einem der Hauptverfechter des Entourage-Effekts geworden und vertritt die Position, dass wir uns die Hanfpflanze in ihrer Ganzheit ansehen müssen, um deren potenzielle Wirkung erahnen zu können.

Der Entourage-Effekt ist auch der Grund, warum geglaubt wird, dass Voll- und Breitspektrum-CBD-Extrakte besser wirken als CBD-Isolate. Denn in solchen Extrakten liegt auch ein Großteil der anderen Verbindungen aus der Hanfpflanze noch vor. Eine Studie, die Anfang 2020 veröffentlicht wurde, konnte diese Einschätzung bestätigen. Die ForscherInnen fanden heraus, dass CBD-Isolat bei einer bestimmten Dosis seine maximale Wirkung erreichte, das mit Cannabinoiden angereicherte Extrakt jedoch bei steigender Dosis auch stärker wirkte. Allerdings wurde die Studie an Mäusen durchgeführt und bisher gibt es keinen vergleichbaren Test an Menschen.

Das Konzept der pflanzlichen Synergie gibt es allerdings nicht erst seit Cannabis. Besonders in der Pflanzenheilkunde wird der Synergie ein großer Stellenwert eingeräumt und Präparate verbinden oft mehrere pflanzliche Stoffe, deren Wirkung sich gegenseitig unterstützen und potenzieren soll. Allerdings ist auch hier die Beweislage äußerst dünn. Den Grund dafür erklärte das Ärzteblatt schon 2009: „Nach den heute gültigen Prüfregeln wäre für jeden Inhaltsstoff im Extrakt als auch für das Gesamtgemisch ein separater Arm in einer kontrollierten Studie erforderlich, was wirtschaftlich kaum zu rechtfertigen ist. Die therapeutische Synergie der Inhaltsstoffe pflanzlicher Gesamtextrakte ist so weder zu beweisen noch zu widerlegen.”

Die Hanfpflanze und ihre Inhaltsstoffe

Cannabis ist weit mehr als nur THC und CBD. Die Pflanze produziert auch mehr als 100 andere Cannabinoide wie CBN, CBC, CBG und noch Dutzende mehr - sowie Hunderte Terpene, Flavonoide, Aminosäuren, Proteine, Zucker und Spurenelemente. Der Theorie des Entourage-Effekts zufolge wirken alle diese Inhaltsstoffe gemeinsam in Synergie und erzielen so den Effekt der jeweiligen Hanfpflanze.

Was sind Terpene?

Terpene sind aromatische Verbindungen, die auch in den ätherischen Ölen von Lavendel, Orange, schwarzem Pfeffer, Eukalyptus und vielen andere Pflanzen zu finden sind. Sie geben den Hanfblüten ihren unverkennbaren Geruch. Je nach Terpenprofil, das von Hanfsorte zu Hanfsorte stark unterschiedlich ausfallen kann, haben diese ein anderes Aroma. Vertreter des Entourage-Effekts mutmaßen außerdem, dass die Terpene auch für die teils sehr andersartigen Effekte verschiedener Cannabissorten verantwortlich sind oder zumindest ihren Teil dazu beitragen. In diesem Artikel findest du mehr zum Thema Terpene.

In der Natur kommen nahezu 40.000 verschiedene Terpene und Terpenoide vor, wovon ĂĽber 200 in der Cannabispflanze zu finden sind.

Die gängigsten Terpene

Myrcen

Myrcen ist das am häufigsten in der Cannabispflanze vorkommende Terpen und macht bei einigen Sorten bis zu 50 Prozent des gesamten Terpengehalts aus. Es ist ein Monoterpen, was bedeutet, dass es eine relativ simple Struktur hat. Wie viele andere Terpene auch ist Myrcen Bestandteil zahlreicher alltäglicher Produkte und kommt in der Natur zum Beispiel in frischer reifer Mango, Hopfen, Basilikum oder Thymian vor. Es hat einen angenehm erdigen und nelkenartigen Duft, schmeckt leicht süß und zitrisch und ist daher zu einem beliebten Aroma in vielen Lebens- und Haushaltsmitteln geworden.

Myrcen werden entspannende, entzĂĽndungshemmende und schmerzstillende Effekte nachgesagt.

Limonen

Wie auch Myrcen, ist Limonen ein Monoterpen mit einem süßen Zitrusgeschmack und einem starken Zitronenaroma. Limonen ist ebenfalls eines der am häufigsten vorkommenden Terpene in der Natur. Die bekannteste Quelle für Limonen sind Schalen von Zitrusfrüchten, aber es kommt auch in vielen anderen Pflanzenarten, einschließlich Cannabis, vor. Aufgrund seines frischen Zitrusduftes wird Limonen in einer Vielzahl von Produkten, wie zum Beispiel in Reinigungsmitteln oder Kosmetika, verwendet.

Untersuchungen haben eine groĂźe Zahl von potenziell positiven Eigenschaften von Limonen aufgezeigt. Wichtig ist jedoch anzumerken, dass die meisten Ergebnisse aus Tierversuchen stammen.

Wie viele andere Terpene scheint Limonen starke entzündungshemmende Eigenschaften zu haben. Dem amerikanischen National Cancer Institute zufolge könnte Limonen zellschützende und antitumorale Eigenschaften haben. Obwohl der genaue Mechanismus unklar ist, scheint Limonen die Apoptose anzuregen. Eine Studie aus dem Jahr 2017 legt nahe, dass die entzündungshemmenden Wirkungen von Limonen bei der Bekämpfung der Colitis ulcerosa bei Ratten helfen könnten. Ob sich das auf den Menschen übertragen lässt, ist derzeit noch unklar. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2013 stellte außerdem fest, dass inhaliertes Limonen angstmindernde Eigenschaften hat – auch diese Daten stammen jedoch aus einem Tierversuch.

Alpha-Pinen

Alpha-Pinen (oder auch α-Pinen) hat einen angenehmen Kiefernduft und kommt in größeren Mengen im Harz von Nadelbäumen vor. Rosmarin, Eukalyptusöl und Orangenschalenöl sind weitere bekannte Quellen für Alpha-Pinen. Wegen seines frischen Geruchs wird Alpha-Pinen oft in Reinigungsmitteln, Lufterfrischern und Parfüms verwendet.

Studien zufolge scheint Alpha-Pinen eines der effektivsten Terpene bei der Minderung von EntzĂĽndungen zu sein.

Die angeblich geistig klärende Wirkung dieses Terpens will man sich auch in der japanischen Tradition des „Waldbadens” (Shinrin-Yoku) zunutze machen. Die Praktizierenden suchen dabei gezielt v. a. Nadelwälder auf um in deren mit Terpenen getränkter Luft zu „baden”. Das Terpen Alpha-Pinen spielt dabei, so wird vermutet, eine entscheidende Rolle.

Der Trend gewinnt auch in Deutschland immer mehr Anhänger.

Linalool

Linalool kommt neben Cannabis in mehr als 200 Pflanzenarten vor und hat eine Vielzahl von Verwendungsmöglichkeiten. Dank seines blumigen Duftes ist es einer der Hauptbestandteile vieler Hygieneprodukte. Wenn du Seifen oder Shampoos zu Hause hast (wovon wir lieber mal ausgehen wollen...), ist in einigen davon mit großer Wahrscheinlichkeit auch Linalool enthalten.

Linalool weist anscheinend ebenfalls entzündungshemmende Eigenschaften auf. Eine Studie aus dem Jahr 2013 untersuchte die entzündungshemmenden Wirkungen von Linalool und fand heraus, dass Linalool Entzündungsprozesse hemmt, sowohl in vitro als auch im lebenden Organismus (in diesem Fall bei Mäusen). Die Studie schloss mit der Einschätzung, dass ein näherer Blick auf Linalool, als möglicher Kandidat für die Behandlung von entzündlichen Erkrankungen, sich lohnen könnte.

Die Bedeutung des Entourage-Effekts fĂĽr CBD Produkte

Bei einem solch großen Potenzial, das von den Terpenen ausgeht, ist es leicht nachvollziehbar, wieso diese (jedenfalls theoretisch) auch die positiven Eigenschaften von CBD unterstützen könnten. Genau das ist auch eines der Hauptargumente von Vertretern des Entourage-Effekts. Bei mehreren Hundert Inhaltsstoffen der Hanfpflanze, von denen viele ihre jeweils eigenen gesundheitsfördernden Eigenschaften haben, liegt es nahe, dass ein Zusammenspiel dieser Verbindungen weitaus wirkungsvoller ist als jeder der Stoffe alleine.

Darum gilt in der CBD-Industrie mittlerweile die beinah einhellige Überzeugung, dass Voll- oder Breitspektrum CBD Produkte als „vollwertiger” angesehen werden, als reine Isolate. Dabei ist das Schlusswort zu dem Thema noch lange nicht gesprochen.

Erst kürzlich wurde zum Beispiel eine Studie veröffentlicht, bei der die Forscher zu dem Schluss kommen, dass von Terpene vermutlich kein Entourage-Effekt ausgeht... wie bei so vielen Themen rund ums Thema Cannabis gilt also auch hier: Es ist noch mehr Forschung nötig!

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