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CBD vs. THC: Was ist der Unterschied?

CBD & THC - Gemeinsamkeiten

CBD und THC sind wohl die prominentesten unter den über 100 Cannabinoiden, die aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) gewonnen werden. Ihren Ruhm haben die beiden Substanzen allerdings aus sehr unterschiedlichen Gründen erlangt: Ist THC vor allem als berauschende Komponente in Cannabis berüchtigt, macht CBD als legales, praktisch nebenwirkungs- und vor allem rauschfreies Wundermittel von sich reden (was davon einer kritischen Betrachtung standhält, könnt ihr z.B. hier lesen). Bevor wir uns aber weiter mit den Unterschieden beschäftigen, schauen wir uns zunächst an, was beide Substanzen gemeinsam haben.

Wie schon erwähnt, werden sowohl CBD als auch THC aus der Hanfpflanze (Cannabis sativa L.) gewonnen. Am größten ist die Konzentration beider Substanzen (und auch aller anderen Cannabinoide) in den Harztröpchen, die von den haarähnlichen Strukturen (Trichomen) auf der Oberfläche der weiblichen Cannabisblüte abgegeben werden. Warum die Pflanze so viel Energie und Nährstoffe in die Produktion dieser Substanzen steckt, ist nicht vollständig geklärt, meist wird jedoch eine Schutzfunktion angenommen.

Das Harz, so die Vermutung, fungiert durch seine chemischen Eigenschaften (hohe Viskosität, wasserabweisend, nicht kristallisierend) als Schutz gegen Wasserverlust (analog zur wachsartigen äußeren Hautschicht von Sukkulenten, z.B. Kakteen), vor Fressfeinden (Insekten), oder auch vor starker UV-Strahlung. Einig sind sich die Forscher hier jedoch noch keineswegs und es ist ungewiss, ob diese Frage jemals vollständig geklärt werden kann.

Chemisch betrachtet liegen beide Substanzen nah beieinander. So nah, dass sich sogar ihre Summenformeln gleichen: beide haben 21 Kohlenstoff- 30 Wasserstoff-, sowie 2 Sauerstoffatome (C21H30O2) und sind damit sog. Isomere, die sich lediglich in der Verknüpfung (und räumlichen Anordnung) der Atome unterscheiden: Beim CBD ist einer der Kohlenstoffringe geöffnet.

Kleiner Unterschied, große Wirkung – im Folgenden bekommt ihr einen kleinen Überblick über die wichtigsten Bereiche, in denen sich die beiden Cannabinoide unterscheiden. Neben der chemischen Struktur zählen hierzu vor allem Pharmakologie & medizinisches Potenzial, Nebenwirkungen beider Substanzen und, nicht zuletzt, deren Rechtsstatus & Legalität.

Pharmakologie & medizinisches Potenzial

CBD

CBD ist das mengenmäßig häufigste Cannabinoid in sogenannten Nutzhanfsorten, oder Sorten vom Typ III (CBD-dominante Sorten ohne nennenswerte Mengen THC). CBD wirkt nicht berauschend! Für die Rauschwirkung, das „High“, ist THC verantwortlich. Obwohl sich die chemischen Strukturen fast gleichen, bindet CBD im Gegensatz zu THC nur sehr schwach an an die „klassischen” Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2. Genaugenommen sieht es sogar so aus, als würde CBD diese Cannabinoidrezeptoren derart beeinflussen, dass es die Bindung von THC negativ beeinflusst. In Übereinstimmung damit wird oft berichtet, dass CBD das Auftreten einiger, vor allem unerwünschter, Nebeneffekte von THC reduzieren, wenn nicht gar verhindern kann. Die pharmakologischen Effekte des CBD kommen also über andere Mechanismen zustande, so z.B. über Bindung an eine Reihe anderer Rezeptoren (z.B. TRPV1 und 5-HT1A), oder indem es die Signalleitung über Adenosin-Rezeptoren verstärkt. Eine Theorie besagt außerdem, dass CBD als FAAH-Inhibitor fungiert. Das Enzym FAAH wiederum ist u.a. für den Abbau der körpereigenen (Endo)Cannabinoide zuständig. Wird das Enzym inhibiert, also in seiner Funktion gehemmt, kann es seiner Arbeit nicht mehr nachgehen. Die Folge: die Konzentration körpereigener Cannabinoide steigt

Durch diese und vermutlich weitere, z.T. noch unbekannte Mechanismen kann CBD auf vielfältige Weise pharmakologisch in Aktion treten. In der Literatur gibt es mittlerweile zahlreiche Belege für antikonvulsive, entzündungshemmende, antioxidative, antipsychotische, angstlösende und weitere Effekte von CBD. Diese sind auch Grundlage für die neuroprotektive Wirkung von CBD, was eine Anwendung zur Behandlung entsprechender Symptome und Krankheitsbilder plausibel scheinen lässt. Dazu gehören neurologische bzw. neurodegenerative Erkrankungen, wie Epilepsie, Parkinson, ALS, Morbus Huntigton, Alzeimer und multiple Sklerose. Doch so spektakulär das alles klingen mag – vor allem im Vergleich zu vielen Standardmedikamenten steckt die Forschung leider noch in vielen Bereichen in den Kinderschuhen (hier gibt’s einen etwas ausführlicheren Blick auf die aktuelle Studienlage).

Und auch wenn erste Ergebnisse in der Tat sehr vielversprechende Ergebnisse liefern – die Wunderdroge, als die CBD oft dargestellt und teilweise auch beworben wird, gibt es nicht. Hinzu kommt, dass Hersteller entsprechender Produkte gern Wirkungen suggerieren, die in Studien beobachtet wurden, in denen CBD viel höher dosiert wurde, als es die angebotenen Produkte bei “normalem”, nicht-medizinischen Gebrauch zuließen. Beispielsweise wurde der angstlösende Effekt von CBD bei einer Dosierung von 300 mg CBD beobachtet (mehr dazu und zu anderen spannenden Studien zu CBD findest du hier). Bei einem CBD-Öl mit einer Konzentration von 5% CBD wären also ca. 6 ml Öl notwendig, um auf 300 mg des Wirkstoffs zu kommen – mehr als eine halbe 10 ml-Flasche. 

 THC

Wenngleich für viele die medizinische Nutzung von THC-haltigem Cannabis bereits zur Normalität gehört – auch heute noch ist Cannabis vor allem für seine Rauschwirkung bekannt und stigmatisiert. Die wird zwar oft völlig überzogen dargestellt, aber dass Cannabis eine sehr potente psychoaktive Droge sein kann, ist unbestritten. Hauptverantwortlich für diesen Effekt ist vor allem eine Substanz: Tetrahydrocannabinol, oder kurz: THC. Die Pharmakologie von THC ist vergleichsweise gut untersucht. In Reinform erstmals 1964 von der Forschergruppe um den mittlerweile legendären Raphael Mechoulam isoliert, gibt es mittlerweile deutlich über 100 klinische Studien, die die Wirkungen von THC-haltigen Cannabis oder von THC als Einzelsubstanz untersuchen.

Analog zu CBD in Cannabispflanzen des Typs III (CBD-dominant), ist THC das Cannabinoid, welches in Pflanzen des Typs I am häufigsten vorkommt und für diese charakteristisch ist. Im Gegensatz zu CBD weist THC eine hohe Affinität für die Cannabinoidrezeptoren CB1 und CB2 auf, d.h. dass es mit diesen Rezeptoren eine starke Bindung eingeht.

Durch Bindung speziell an diese beiden Rezeptoren übt THC auch seine modulierende Wirkung in den Bereichen Schmerz, Spastizität, Sedation, Appetit und Stimmung aus. Darüber hinaus kann THC die Bronchien erweitern, juckreizstillend und entzündungshemmend wirken.

Schon frühe Studien konnten zeigen, dass THC dann am wirksamsten war, wenn es nicht allein, sondern im Verbund mit anderen in der Cannabispflanze enthaltenen Substanzen (z.B. in Form eines Cannabis-Vollextrakts) verabreicht wurde. Dadurch wurden in Studien nicht nur gewünschte Effekte verstärkt, sondern unerwünschte Nebenwirkungen zum Teil abgeschwächt. Das alles und zahlreiche anekdotische Berichte von Konsumenten, Patienten und Medizinern deutet darauf hin, dass die verschiedenen in Cannabis enthaltenen pharmakologisch wirksamen Substanzen eine spezielle Synergie entwickeln können, die als „Entourage-Effekt“ (Russo, 2011) bezeichnet wird – endgültig konnte dieser Effekt aber bis heute noch nicht nachgewiesen werden.

Nebenwirkungen

CBD

Cannabidiol wird oft als nebenwirkungsfrei bezeichnet. Auch wenn das für die allermeisten Menschen, die CBD einnehmen zutrifft, werden in der Literatur einige unerwünschte Nebenwirkungen beschrieben. Davon sind die häufigsten Müdigkeit und Durchfall. In Studien, in denen der Einsatz von CBD zur Behandlung von Epilepsie untersucht wurde, kam es in einigen Fällen auch zu ernsteren Nebenwirkungen, wie z.B. Krämpfen und Fieber.

Auch von abnormalen Leberwerten wurde berichtet. Allerdings litten die Teilnehmer dieser Studien, oft Kinder, unter schweren und behandlugsresistenten Formen von Epilepsie und erhielten neben CBD noch weitere Medikamente, z.B. Clobazam. Da die entsprechenden Medikamente wie CBD in der Leber abgebaut werden, ist es nicht unwahrscheinlich, dass die Nebenwirkungen in diesen Fällen zumindest teilweise durch Wechselwirkungen zwischen verschiedenen, gleichzeitig eingenommenen Medikamenten zustande gekommen sind. 

In Studien werden in der Regel sehr viel höhere Mengen CBD verabreicht, als die, die beispielsweise durch sachgemäße Anwendung eines freiverkäuflichen CBD-Öls zustande kommen. So wurden in einer Studie bis zu 50 mg CBD pro kg Körpergewicht des Patienten und pro Tag verabreicht. Bei einem Patienten, der 75 kg Körpergewicht auf die Waage bringt, wären das also immerhin 3.750 mg CBD pro Tag, während mit der Dosierungsempfehlung gängiger freiverkäuflicher CBD-Öle 20 mg CBD pro Tag nicht überschritten werden. Trotz solcher vergleichsweise sehr hohen Dosierungen ist bemerkenswert, dass, wenn überhaupt, die Nebenwirkungen in den allermeisten Fällen mild bis moderat und transient, also vorübergehend, waren. Vor allem aber im Vergleich mit anderen, standardmäßig verwendeten Medikamenten, besticht CBD durch ein außergewöhnlich gutes Nebenwirkungsprofil.

Allerdings ist ein CBD ein verhältnismäßig neues Medikament und dementsprechend liegen bisher erst wenige belastbaren Daten zu einer chronischen Nutzung von mehr als einigen Wochen vor. Zu guter Letzt ist auch nicht abschließend geklärt, welche Wirkung die Einnahme von CBD auf Hormone, das Immunsystem, mögliche Veränderungen im Erbgut, sowie auf die Wirkung von anderen, gleichzeitig eingenommen, Wirkstoffen hat. Wer also bereits regelmäßig Medikamente einnimmt, vor allem solche, die wie CBD von der Leber verstoffwechselt werden, sollte vor der Einnahme von CBD unbedingt Rücksprache mit seinem behandelnden Arzt halten.

Doch auch wenn es in Sachen Forschung noch einige Lücken zu schließen gibt: Aktuell liegen keine Hinweise vor, die ernsthaft daran zweifeln lassen, dass es sich bei CBD insgesamt um einen sicheren Wirkstoff mit einem vorzüglichen Nebenwirkungsprofil handelt.

 THC

Im Gegensatz zu CBD ist THC bzw. THC-reiches Cannabis vor allem wegen seiner Nebenwirkungen berüchtigt. Auch das typische „High“, also der oft mit Cannabis assoziierte Rauschzustand, ist im Grunde nichts anderes als eine oft bewusst durch Überdosierung herbeigeführte Nebenwirkung bzw. eine Kombination verschiedener Nebenwirkungen. Die therapeutische Dosis, also die Dosis, bei der ein gewünschter therapeutischer Effekt eintritt, ist in vielen Fällen schon vorher erreicht.

Grundsätzlich kann man, wenn es um Nebenwirkungen des THC geht, zwischen psychoaktiven und physiologischen Effekten unterscheiden.

Viele der psychoaktiven Nebenwirkungen (z.B. leichte Euphorie) werden oft als angenehm und entspannend beschrieben. Allerdings kann dieses Gefühl schnell kippen – vor allem höhere Dosen THC können Dysphorie, Angstzustände und, vor allem bei unerfahrenen Konsumenten, sogar Panikattacken verursachen. Auch Gedächtnisleistung, Zeitwahrnehmung und psychomotorische Fähigkeiten können vorübergehend beeinträchtigt sein.

Je nach Situation kann der ein oder andere selbst das noch als angenehm empfinden; meistens werden diese Nebenwirkungen jedoch als eher störend wahrgenommen. Die gute Nachricht: sobald die Wirkung des THC nachlässt, ist in aller Regel auch von den Nebenwirkungen nichts mehr zu spüren.

Bei einigen Individuen kann es jedoch auch zu ernsteren Problemen kommen. Immer wieder gibt es z.B. Berichte von Patienten, bei denen alles darauf hindeutet, dass der Konsum von THC-haltigem Cannabis zur Ausprägung einer schizophrenen Psychose geführt hat. Allerdings: Eine Studie, die den Zusammenhang zwischen Schizophrenie und Cannabiskonsum näher untersuchte, bestätigte zwar eine starke Korrelation, also ein häufiges gemeinsames Auftreten von Cannabiskonsum und Schizophrenie.

Es gab jedoch deutlich stärkere Hinweise darauf, dass eine entstehende Schizophrenie zu Cannabiskonsum führt, als umgekehrt. Die Theorie dahinter: Patienten, die unter leichten Symptomen leiden, die der eigentlichen Schizophrenie vorangehen (sog. Prodrome), neigen zu einer unbewussten Selbstmedikation mit Cannabis. Doch auch diese Untersuchung kommt zu keinem endgültigen Ergebnis, außer, wie so oft, dass weitere Untersuchungen nötig sind.

Fest steht, dass gerade bei Einnahme von Produkten mit hohen Gehalten des psychoaktiven THC’s und/oder einer Vor- oder Familiengeschichte mit psychischen (v.a. psychotischen) Störungen höchste Vorsicht geboten ist.

Häufige körperliche Nebenwirkungen sind vor allem Schwindel und Benommenheit (Sturzgefahr!), ein trockener Mund, Husten (nach Inhalation), Müdigkeit, erhöhter Puls, orthostatische Hypotonie (der Effekt, der auftritt wenn man nach längerem Liegen oder Hocken zu schnell aufsteht), Entspannung der Muskeln (über ein gewünschtes Maß hinaus) und erhöhter Appetit. Bei gefährdeten Personen kann THC außerdem das Risiko eines Myokardinfarkts erhöhen. Die meisten dieser Nebeneffekte (v.a. Müdigkeit, Schwindel, Wirkungen auf das Herz- Kreislaufsystem und auch psychoaktive Effekte) nehmen im Verlauf einer längeren Behandlungsdauer ab – es wird eine Toleranz entwickelt. 

Fazit: THC & CBD – ungleiche Geschwister

Wir haben gelernt: chemisch betrachtet sind THC und CBD sich beinah zum Verwechseln ähnlich. Auch der Ort ihrer Entstehung, die Cannabispflanze, ist derselbe und beide werden – oft erfolgreich – zur Behandlung verschiedener Krankheiten und Symptome eingesetzt. Doch das war es dann auch schon an Gemeinsamkeiten.

Während THC für seine psychoaktive Wirkung berüchtigt ist, lässt sich diese mit CBD sogar teilweise reduzieren. CBD allein wirkt hingegen selbst in großen Mengen nicht berauschend. THC-haltige Produkte wie entsprechende Cannabisblüten und -extrakte sind, soweit nicht per BtM-Rezept vom Arzt verordnet, in Deutschland illegal. Wer sie allerdings auf Rezept erhält, für den gelten die gleichen Freiheiten und Einschränkungen wie für jeden anderen Patienten, der ärztlich verordnete Betäubungsmittel einnimmt.

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