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Cannabis vs. Hanf - Was ist der Unterschied

Cannabis und Hanf sind ursprünglich Begriffe für ein und dasselbe: die Pflanze Cannabis sativa. Je nachdem, wer wann was und warum über diese Pflanze, oder die aus ihr gewonnenen Produkte zu sagen hat, kann die Bedeutung, was tatsächlich gemeint ist, teilweise stark abweichen. Es kommt also auf den Kontext an.

War da was?

Lange Jahre war es in den Mainstream-Medien ziemlich ruhig um Cannabis, mal abgesehen von gelegentlichen Berichten über aufgeflogene Plantagen, oder ein paar Gramm, die bei irgendwem im Rucksack oder Auto gefunden wurden. Seit einiger Zeit ist das anders. Cannabis schafft es mittlerweile sogar mit Positivschlagzeilen in den Tagesspiegel oder ins Magazin Business Insider. Und dass es im Business Insider nicht um Verkaufsstrategien Mitte Zwanzigjähriger geht, die aus ihrem Studentenwohnheimszimmer päckchenweise (immer noch illegale) Blütenmasse von fraglicher Qualität an Kommilitonen verticken, sollte klar sein. Cannabis ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen.

Hanf ist Cannabis (ist Hanf)

Was in der mittlerweile auf breiter Front geführten Debatte jedoch nicht so klar ist, ist der korrekte Umgang mit Begrifflichkeiten rund um das Thema. Oder, um allzu ehrgeizigem Anspruchsdenken im Moment noch kurz Einhalt zu gebieten, zumindest mal ein Bewusstsein dafür, welche Bezeichnungen überhaupt zur Auswahl stehen und wie sie verwendet werden können.

Zuerst die wichtigsten, weil meistgenutzten, Begriffe: «Cannabis» und «Hanf» – beide Begriffe meinen zunächst dasselbe, nämlich, wenn nicht näher spezifiziert, die Pflanze Cannabis sativa L.. Hier wird es dann allerdings auch schon schwammig, denn oft ist eben nicht die Pflanze, also das fotosynthesetreibende Lebewesen mit Wurzeln, Stängeln, Blättern und Blüten gemeint, sondern das berüchtigte Endprodukt: die getrockneten weiblichen Blüten.

… oder auch nicht.

Und da hat man bereits einen großen Sprung hingelegt: hier eine zunächst mal unschuldige Pflanze, die vielleicht nur angebaut wurde, um aus deren kleinen braunen Samen wertvolles Öl zu pressen – da eine gemeingefährliche Rauschdroge, die brave Bürger an den Rand des Abgrunds treibt und im Alleingang ganze Lebensentwürfe über den Haufen wirft. Und – bei aller Übertreibung – beides kann mit ein und demselben Wort gemeint sein: «Cannabis».

Strategische Benennung?!

Um dieses Dilemma zu umschiffen, sich also des angestaubten aber nichtsdestotrotz immer wieder hervorgekramten Stigmas aus Reefer-Madness-Zeiten zu entledigen, differenzieren vor allem im THC- und damit rauschfreien Cannabisgeschäft tätige Akteure gern zwischen «Cannabis» und «Hanf». Denn auch wenn beide Vokabeln streng genommen dasselbe meinen – die Assoziationen, die allgemeinhin mit diesen Worten jeweils verknüpft werden, sind ziemlich verschieden. Mit «Hanf», oft auch «Faserhanf» oder «Industriehanf», ist zumindest in Deutschland meist «Cannabis» gemeint, dessen THC-Gehalt nicht über 0,2 % beträgt. Ein sogenannter Missbrauch zu Rauschzwecken sollte damit zumindest extrem schwierig werden.

Was bleibt ist die Verwendung dieser vielseitigen Pflanze zur Fasergewinnung (vgl. «Faserhanf», bei dem neben einem geringen THC-Gehalt, also einer rechtlichen Vorgabe, auch agronomische Überlegungen eine große spielen, so z. B. die Länge der Stiele und damit der durchgehend erntefähigen Fasern), Hanf zur Gewinnung von Samen (s. o., außer dass hier eher Anzahl, Gewicht und Qualität der produzierten Samen im Fokus stehen), oder Hanf, der auf sonstige Weise industriell (vgl. «Industriehanf») genutzt wird, außer eben zum Berauschen. Anbauen darf diese Art von Cannabis jeder hauptberufliche Landwirt. Der Anbau muss angemeldet sein und es dürfen nur Sorten aus dem aktuellen EU-Sortenkatalog zum Einsatz kommen.

Medizinalcannabis

Ein weiteres immer öfter genutztes Wort ist «Medizinalcannabis». Damit ist Cannabis gemeint, das ihr in der Apotheke kaufen könnt. Natürlich nur, wenn ihr ein entsprechendes Rezept habt. Theoretisch kann es zwar durchaus sein, dass dein Nachbar, von dessen Balkon es im Spätsommer immer leicht exotisch riecht, Zeug anbaut, das genauso wirkt. Theoretisch.

Deinem Endocannabinoidsystem ist es letztlich egal, wer den Anbau der Pflanze zu verantworten hat, dessen Cannabinoide gerade an deinen Rezeptoren andocken. Das Problem: ihr könnt euch nicht sicher sein (wir gehen mal davon aus, dass dein Nachbar keine regelmäßigen Laboranalysen durchführen lässt, um die Qualität seiner Erzeugnisse zu überprüfen).

«Medizinalcannabis» steht daher als Begriff noch für viel mehr: Es ist ein nahezu vollständig standardisiertes pflanzliches Arzneimittel gemeint, dessen Inhaltsstoffe regelmäßig nicht nur darauf überprüft werden, dass alles drin ist, was rein soll, und zwar in den Mengen, die im europäischen Arzneibuch festgelegt sind, sondern auch, dass nichts drin ist, was da nichts zu suchen hat (Stichwort Pestizide).

Bevor Medizinalcannabis in der Apotheke deines Vertrauens zum Verkauf angeboten wird, wurde nicht nur das Medikament selbst, sondern auch die Anlage, in der es produziert wurde aufs Genaueste durchleuchtet. Die strengen Richtlinien, die Produzenten dabei einhalten müssen, sind ein Hauptgrund dafür, dass es am deutschen Medizinalcannabismarkt bisher noch recht überschaubar zugeht. Will man Cannabis gar in Deutschland anbauen, wird es nochmal schwieriger: Interessierte Unternehmen müssen nicht nur eins der wenigen Lose für den Anbau ergattern, sondern zusätzlich erstmal eine umzäunte, bunkerähnliche Hochsicherheitsanlage aus dem Boden stampfen, die 24 Stunden am Tag überwacht wird (so viel zu Mitte der Gesellschaft …).

Und selbst hier müsste noch weiter differenziert werden, denn es ist nicht immer ohne Weiteres klar, ob mit «Medizinalcannabis» nun ausschließlich die unter den o. g. Bedingungen angebauten Pflanzen, nur deren Blüten oder vielleicht sogar noch die aus ihnen hergestellten Medikamente, z. B. Extrakte gemeint sind. Letztere werden oft als cannabinoidbasierte Medikamente bezeichnet, während, wenn es eindeutig um Blüten geht, entweder von «Cannabis flos» (flos = Latein für Blüte) oder einfach von «Blüten» die Rede ist.

Cannabis ist ein Sammelbegriff

Das Problem sollte mittlerweile klar sein: Der Begriff «Cannabis» ist eben nicht nur eine Bezeichnung für eine der vielen Pflanzen auf diesem schönen Planeten; Cannabis ist ein Sammelbegriff. Dieses Problem wirkt sich auch massiv auf die frühe Cannabisforschung aus: selbst hier wurde jahrzehntelang kaum differenziert und viele Studien bieten in Sachen Methodik dem aufmerksamen Leser auf die Frage, was da eigentlich genau untersucht wurde, die spätestens jetzt höchst unbefriedigende Antwort: «Cannabis». Ob es sich dabei um einzelne Cannabinoide, ganze Blüten (wenn ja, welche Sorte? Wie viel THC, wie viel CBD, etc.) oder Extrakte (wenn ja, wie und aus welcher Sorte extrahiert?) handelt, bleibt oft unbeantwortet.

Linguistische Grabenkämpfe

Was in der Forschung zu Ärgernissen führt, macht auch die gesellschaftliche Debatte nicht gerade einfacher. Wer bspw. THC- und damit rauschfreie CBD-Produkte einem breiten Publikum zugänglich machen will, hat verständlicherweise keine Lust, sich von dem zwar antiquierten, aber deswegen nicht weniger präsenten Stigma der «Rauschdroge Cannabis» einen Strich durch die Rechnung machen zu lassen.

Statt dem bösen «Cannabis» einfach das weit harmloser anmutende «Hanf» zu verwenden scheint dann naheliegend. Der bitternötigen Rehabilitation der Pflanze Cannabis erweist das allerdings einen Bärendienst, denn es wird hier quasi en passant eine artifizielle Abgrenzung zementiert, eine vermeintliche Trennlinie zwischen dem guten, harmlosen Hanf auf der einen und dem bösen, berauschenden Cannabis auf der anderen Seite.

Das könnte sogar Sinn machen – wenn sich denn eine solch klare Trennlinie auch in der Realität wiederfinden ließe. Und selbst dann müsste man sich zumindest die Frage gefallen lassen, ob es noch zeitgemäß ist, den moralischen Zeigefinger in Richtung einer Pflanze zu wedeln, deren mieses Image in erster Linie durch aufwendig inszenierte Imagekampagnen gelangweilter Prohibitionsprofis zustande gekommen ist.

Wer will heute noch einem der Patienten, dem Cannabis bei einem seiner Leiden Abhilfe schafft und ein Stück Lebensqualität zurückgibt, sagen, dass das was er da tut, falsch sei und verboten gehört?

Ei, was wächst denn da?

Teilweise wird behauptet, man könne mit bloßem Auge zuverlässig «Hanf» von «Cannabis» unterscheiden. Was im Grunde nichts anderes ist, als würde man sagen, man könne rein optisch «Bier» und «Gerstensaft» auseinanderhalten. Klar, eine besonders langstängelige Cannabissorte wird mit hoher Wahrscheinlichkeit irgendwann mal in erster Linie zur Fasergewinnung gezüchtet worden sein – das sagt allerdings noch nichts über ihren Cannabinoidgehalt.

Umgekehrt sind viele der bekannten «Rauschhanf»-Varianten mittlerweile auch als CBD-Sorte, d. h. mit THC-Gehalten unter 0,2 % zu haben. An ihrer Morphologie, d. h. ihrem äußerlichen Erscheinungsbild, ändert das allerdings nichts. Zuverlässigen Aufschluss über einzelne Inhaltsstoffe kann also derzeit nur eine Laboranalyse geben.

Es kommt auf den Kontext an

Es ist also wahr, dass «Cannabis» und «Hanf» ein und dasselbe sind, nämlich verschiedene Bezeichnungen für Cannabis sativa. Gleichzeitig können zwischen dem, was mit diesen Begriffen tatsächlich gemeint ist, ziemlich große Unterschiede bestehen. Es kommt auf den Kontext an.

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