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Endocannabinoid-System: Spannende Funktionen & Cannabidiol

Das endogene Cannabinoid-System, auch Endocannabinoid-System (ECS) genannt, ist Bestandteil des menschlichen Nervensystems. “Endo” bedeutet, dass es ein körpereigenes System ist. Das ECS verfügt über körpereigene Cannabinoide also Endocannabinoide, die an verschiedene, über den Körper verteilte Rezeptoren andocken. Die Cannabinoid-Rezeptoren sind in verschiedenen Organen zu finden: vom Nerven-, Atem-, Kreislauf- bis hin zum Verdauungssystem.

Endocannabinoid-System - Alles auf einen Blick:

  1. Was macht das Endocannabinoid-System?
  2. Die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems
  3. Aufbau des Endocannabinoid-Systems - Schlüsselrollen
  4. Wie reagieren CBD, THC und andere Hanfkomponenten mit dem Endocannabinoid-System?

1. Was macht das Endocannabinoid-System?

Das Endocannabinoid-System reguliert in unserem Körper eine Vielzahl von Prozessen und beeinflusst so unsere Stimmung, sowie unseren Appetit, das Gedächtnis und entzündliche Prozesse in unserem Körper. Es ist darauf ausgerichtet, unseren Körper in einem gesunden Gleichgewicht zu halten. Dazu binden Cannabinoide an spezielle Rezeptoren zum Beispiel CB1 und CB2. CB1-Rezeptoren helfen uns beispielsweise bei der Gedächtnisverarbeitung und der Schmerzregulation, CB2-Rezeptoren wirken z.B. auf das Immunsystem.

Die Wirkung der Endocannabinoide kann durch pflanzliche Cannabinoide, wie sie in der Hanfpflanze vorkommen, nachgeahmt bzw verstärkt werden. Erfahre mehr zu der Wirkung des Hanfs in unserem Hanf-Wiki Beitrag Cannabis vs. Hanf.

2. Die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems

Die Entdeckung des Endocannabinoid-Systems gelang 1992 im National Institute of Mental Health in den USA. Interessanterweise wurde das Endocannabinoid-System erst durch die Aufklärung der Wirkung exogener Cannabinoide, den Wirkstoffen der Hanfpflanze, entdeckt. Eine internationale Gruppe aus Wissenschaftlern gelang der Nachweis, dass es neben den exogenen Cannabinoiden auch körpereigene Liganden, die Endocannabinoide, gibt. Seitdem hat die Forschung zwar Fortschritte erzielen können, aber von einer lückenlosen Aufklärung der Funktionsweise dieses komplexen Systems sind die Forscher noch weit entfernt. Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass das Endocannabinoid-System für die Balance in unserem Körper verantwortlich ist. Es mehren sich aber die Anzeichen, dass eine Störung des Systems bei chronischen Erkrankungen, wie Migräne oder Fibromyalgie eine Rolle spielt.

2. Aufbau des Endocannabinoid-System - Schlüsselrollen

Das Endocannabinoid-System ist ein ausgeklügeltes System aus Rezeptoren, endogenen und exogenen Cannabinoiden und Enzymen, die die Cannabinoide auf- bzw abbauen.

Endocannabinoide werden von unseren Körperzellen als Antwort auf verschiedene Reize produziert. Sie erfüllen ihre Wirkung, indem sie sich an die Cannabinoid Rezeptoren binden und diese aktivieren. Sobald sie ihre Wirkung getan haben, werden die Endocannabinoide vom Körper wieder abgebaut. So kann der Körper schnell auf Reize reagieren und die Wirkung des Endocannabinoid-Systems an die Bedürfnisse des Körpers anpassen.

Rezeptoren im Endocannabinoid-System Funktionen der Rezeptoren
CB1 Rezeptor

CB1-Rezeptoren wurden 1990 entdeckt und befinden sich hauptsächlich im Gehirn, genauer gesagt in Bereichen wie dem Hippocampus und dem Kleinhirn. Weitere CB1-Rezeptoren finden sich im Fettgewebe, im Magen-Darm-Trakt und auch in der Muskulatur. Das Endocannabinoid Anandamid ist der natürliche Ligand des CB1- Rezeptors.

Die CB1 Rezeptoren haben Einfluss auf die Verarbeitung unseres Gedächtnisses, die Regulierung von Schmerzempfinden, die motorische Kontrolle, die Empfindung von Freude und Euphorie, die Durchblutung und die Psyche

CB2 Rezeptor

1993 folgte die Entdeckung der CB2-Rezeptoren. Während sich CB1-Rezeptoren hauptsächlich im Gehirn befinden, sind CB2-Rezeptoren über den gesamten Körper verteilt: Sie finden sich im Immunsystem, also in Mandeln, Milz und weißen Blutkörperchen und im Magen-Darm-Trakt. Im Gehirn lassen sich ebenso CB2-Rezeptoren nachweisen, doch ist ihre Anzahl dort deutlich geringer als die der CB1-Rezeptoren.

CB2-Rezeptoren werden im Körper von dem zweiten Endocannabinoid 2-Arachidonoglycerol (2-AG) aktiviert. Von den CB2-Rezeptoren nimmt man an, dass sie Entzündungsprozesse und Schmerzempfinden reduzieren können. Außerdem hat eine Aktivierung des CB2-Rezeptors eine beruhigende Wirkung auf uns.

Die wichtigsten Endocannabinoide sind das Anandamid und das 2-Arachidonoglycerol (kurz: 2-AG). Binden diese Stoffe an die entsprechenden Rezeptoren CB1 und CB2, die in den verschiedenen Organen unseres Körpers vorhanden sind, lösen sie in den entsprechenden Zellen eine Reaktion aus. Das beeinflusst unsere Stimmung, unser Gedächtnis, unsere Konzentration sowie Appetit und unser Schmerzempfinden. Bestimmte Aktivitäten erhöhen unseren Endocannabinoid-Spiegel: Zum Beispiel produziert unser Körper mehr Endocannabinoide wenn wir singen, Bücher lesen oder joggen. Darum fühlen wir uns bei diesen Aktivitäten so wohl, unsere Stimmung steigt, der Stresslevel sinkt. 

Normalerweise funktioniert die Regulation des Endocannabinoid-Systems durch unsere endogenen Cannabinoide, also ganz ohne äußere Einflüsse. Manchmal braucht unser Körper aber auch einen kleinen Schubs von außen: Dann kommen die pflanzlichen Cannabinoide ins Spiel, die das Endocannabinoid-System unterstützen: Derzeit sind der Wissenschaft über 100 Cannabinoide in der Cannabispflanze bekannt. Eins der best-untersuchten Cannabinoide ist das CBD, dass uns auf natürliche Weise hilft, Stress abzubauen und sich zu entspannen. 

3. Wie reagieren CBD, THC und andere Hanfkomponenten mit dem Endocannabinoid-System

Nach dem jetzigen Stand der Forschung reagieren die Cannabinoide der Hanfpflanze mit unserem Endocannabinoid-System auf unterschiedliche Weise:

Pflanzliche Cannabinoide binden an die Rezeptoren CB1 und CB2, beeinflussen den Auf- und Abbau der endogenen Cannabinoide und darüber hinaus verstärken oder schwächen sie sich zum Teil gegenseitig in ihrer Wirkung. Eine ziemlich komplexe Wirkung also!

Die beiden häufigsten pflanzlichen Cannabinoide, THC und CBD, interagieren völlig unterschiedlich mit den Komponenten des ECS. Das erklärt, warum THC psychoaktive Effekte auf den Körper hat und warum CBD eben diesen Effekt nicht hat.

Im Gegensatz zu medizinischen Cannabis enthält die Hanfpflanze so gut wie kein THC. Du möchtest mehr über die Rechtslage erfahren? Dann hier entlang: CBD Rechtslage.

 

3.1. Das Endocannabinoid-System und CBD

Im Gegensatz zu den meisten Cannabinoiden hat CBD nur eine geringe Bindungskraft zu den ECS-Rezeptoren CB1 und CB2 und schwächt die Wirkungen von anderen Cannabinoiden an diesen Rezeptoren eher ab. Allerdings wirkt es über verschiedene andere Mechanismen: CBD bindet zB an den Serotonin-Rezeptor und hat so einen stimmungs-aufhellenden Effekt.

Außerdem hemmt CBD die Enzyme, die für den Abbau unserer körpereigenen Endocannbinoide zuständig sind. Dadurch erhöht CBD z.B. den Spiegel von Ananadamid im Körper für eine längere Zeit. Das Besondere: Anandamid ist eines der wichtigsten Endocannabinoide im menschlichen Organismus. CBD unterstützt also die natürliche Funktion unseres Endocannabinoid-Systems. 
Bisher ist die vielfältige Wirkung von CBD auf unseren Körper noch nicht vollständig aufgeklärt. In unserem Blog halten wir euch aber über die neuesten Forschungsergebnisse auf dem Laufenden.

 

3.2. Das Endocannabinoid-System und THC

Wie gesagt, die Hanfpflanze enthält nur Spuren an THC, daher erklären wir die Wirkung von THC hier nur am Rande.

THC bindet anders als das CBD an den CB1 Rezeptor, der hauptsächlich im Gehirn vorkommt. Dadurch erklärt sich seine psychotrope Wirkung. Psychotrop - das heißt. THC macht uns “high”. Da THC aber darüber hinaus auch noch andere positive Wirkung hat, wird es in der Medizin eingesetzt zum Beispiel zur Behandlung starker Schmerzen.

Bei frei-verkäuflichen Produkten, wie Nahrungsergänzungsmitteln ist eine psychotrope Wirkung natürlich unerwünscht, daher dürfen für diese Produkte nur Hanfextrakte eingesetzt werden, die kein THC enthalten. 

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