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5 Jahre Cannabis-als-Medizin-Gesetz: Wie steht es um medizinisches Cannabis in Deutschland?

26/08/2022 4 MIN. READ Ian Marschalleck
26/08/2022 4 MIN. READ Ian Marschalleck

Ärzte können medizinisches Cannabis seit 2017 in Deutschland in bestimmten Fällen verschreiben. Das macht den rechtlichen Status von Cannabis in Deutschland zu einem der liberalsten in Europa. Trotzdem kritisieren viele betroffene Patienten und Ärzte die zahlreichen Hürden, die überwunden werden müssen, um Cannabis als Medizin tatsächlich verwenden zu dürfen.

 

Die Idee, Cannabis als Medizin zu nutzen ist nicht neu. Im Gegenteil: Die Hanfpflanze als wichtiges Heilmittel kommt in einem der ältesten Bücher über Heilpflanzen vor, dem Shennong Bencao Jing aus China. So soll Cannabis als Arzneimittel gegen Verstopfung, Gicht oder Rheuma helfen. Und auch eine der ältesten Hochkulturen der Welt, die alten Ägypter, wusste um die heilende Wirkung der Cannabis-Pflanze. Die ayurvedische Heilkunde wiederum nutzte Hanf nicht nur zur direkten medizinischen Behandlung, sondern beispielsweise auch zur Indikation von Bluthochdruck. Aber auch in der westlichen Medizin wurde Cannabis als Mittel unter anderem gegen Cholera und Tetanus eingesetzt. 

Medizinisches Marihuana in Europa

In der Vergangenheit erklärte man sich die vielfältige Wirkung von Cannabis noch als Magie. Aber inzwischen wissen wir um die komplexen pharmakologischen Eigenschaften der Hanfpflanze. Trotz dieses wertvollen Wissens erließ Deutschland 1972 ein vollständiges Verbot für Cannabis. Es dauerte bis 2017, bis der medizinische Einsatz von Cannabis beispielsweise in der Schmerz-Therapie wieder erlaubt wurde. Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern wie die Niederlande 2003, Österreich 2008, Italien, Tschechien und Rumänien in 2013 und Polen in 2016, wirkt 2017 recht spät als Zeitpunkt der Legalisierung von Cannabis zu medizinischen Zwecken. Frankreich war allerdings noch später dran: Bis 2021 war Cannabis nur in einem einzigen Medikament erlaubt, und zwar in dem Mundspray Sativex. In Spanien hingegen wird die Erlaubnis von Cannabis als Medizin noch diskutiert. Wie es sich in Europa mit der rechtlichen Lage um CBD verhält, erfährst du hier.

Cannabis auf Rezept in Deutschland – legal, aber schwer zu bekommen 

Inzwischen ist medizinisches Cannabis auf Rezept in Deutschland also erlaubt. Allerdings müssen bestimmte Umstände erfüllt sein, denn die Abgabe von Cannabis ist nur an Schwerkranke erlaubt. Und genau hier kommt es zu Konflikten: Denn wer als schwer krank gilt, ist per Gesetz nicht genau festgelegt. Es sollte aber eine „allgemein anerkannte, dem medizinischen Standard entsprechende Leistung“ entweder nicht zur Verfügung stehen – oder vom behandelnden Arzt ausgeschlossen werden. Zusätzlich ist eine Cannabis-Therapie mit enormem bürokratischen Aufwand für die behandelnden Fachärzte verbunden, sodass gängigere Therapien oftmals vorgezogen werden, weil sie wesentlich unkomplizierter zu beantragen sind.

Bis jetzt zu wenig Studien über Cannabis als Medizin

Aber das ist nicht das einzige Problem mit medizinischem Marihuana: Denn eigentlich ist ja nicht gesetzlich festgeschrieben, bei welchen Beschwerden Cannabis angewandt werden darf. Ärzte orientieren sich also bei der Verschreibung von Cannabis an der momentanen Studienlage, die aktuell noch, ähnlich wie bei CBD, sehr dünn ist. Dass die Hanfpflanze bei chronischen Schmerzen und Spastiken hilft, ist zwar schon ausreichend geprüft und gilt als ziemlich sicher, doch ob sie auch beim Tourette-Syndrom, Epilepsie oder Darmkrankheiten hilft, ist noch nicht genügend erforscht.

Das Problem mit den Krankenkassen

Wenn medizinisches Cannabis endlich für einen Patienten genehmigt ist, kann es sein, dass die Krankenkasse die Kosten für das Arzneimittel nicht übernimmt. Denn eigentlich sind die Krankenkassen zwar verpflichtet, die Kosten einer Cannabis-Therapie zu übernehmen, doch in Ausnahmefällen können sie die Kostenübernahme verweigern. Patienten erleben allerdings häufig, dass ihre Anträge von den Kassen abgewiesen werden. Dabei gibt es viele Patienten, die von positiven schmerzlindernden Erfahrungen mit medizinischem oder privatem Cannabis-Konsum berichten. Dafür spricht auch der große Andrang auf Apotheken und die seit 2018 um 300 % gestiegene Anfrage nach Medizinalcannabis. 

Tatsächlich geben Apotheken an, inzwischen bis zu neunmal mehr medizinisches Cannabis zu verkaufen als noch 2017. Dazu zählen die unterschiedlichsten Cannabis-Produkte wie die Fertigarzneiprodukte Sativex oder Canemes, Isolate wie Dronabinol oder getrocknete Cannabisblüten oder Pflanzenextrakte. Weil die Nachfrage so hoch ist, betreibt Deutschland auch selbst medizinischen Hanfanbau, um zumindest einen Teil des Bedarfs decken zu können. Der Großteil wird aber aus Spanien, Portugal, Dänemark und vor allem aus Kanada und den Niederlanden importiert. 

FAQ

Alles, was du sonst noch über Cannabis als Medizin wissen musst, findest du hier! 

Ist medizinisches Cannabis in Deutschland legal?

Seit 2017 ist es Ärzten erlaubt, ihren Patienten unter bestimmten Umständen medizinisches Marihuana zu verschreiben. 

Ab wann wird medizinisches Cannabis verschrieben?

Grundsätzlich muss man als Patient medizinisches Cannabis beim behandelnden Arzt:in beantragen. Bei chronischen Schmerzen hat man die besten Chancen auf eine Verschreibung, da hier die Studienlage bereits gute Effekte nachweisen kann.

Wie wirkt medizinisches Cannabis?

Medizinalcannabis wirkt auf das körpereigene Endocannabinoidsystem. Das THC ist ein Cannabinoid, das natürlich in der Hanfpflanze vorkommt und wie körpereigene Cannabinoide an das Endocannabinoidsystem andockt. Forscher gehen davon aus, dass unser Endocannabinoidsystem unser Schmerzempfinden, unsere Gefühle und unseren Appetit beeinflussen kann. Wie genau das THC darauf einwirkt, hängt von der Einnahmeart, der Dosierung, der Cannabissorte und dem Produkt ab. Außerdem reagiert jeder Körper anders.

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