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Cannabistherapie: Wer sie verschrieben bekommt und wem sie helfen kann

24/11/2022 7 MIN. READ Sophie Klingler
24/11/2022 7 MIN. READ Sophie Klingler

In Deutschland sind über 80.000 Menschen als Patienten einer Cannabistherapie gelistet. Die Anwendungsbereiche dieser Therapiemöglichkeit sind dabei sehr vielfältig. Unter anderem werden chronische Schmerzen, Schlaf- und Angststörungen behandelt, ebenso wie Symptome von Krebserkrankungen wie etwa Übelkeit und Erbrechen. Bei uns erfährst du, bei welchen weiteren Erkrankungen die Cannabistherapie eingesetzt wird und welche Voraussetzungen zu erfüllen sind, damit eine Therapie beantragt werden kann.

Die gesetzlichen Rahmenbedingungen für CAM-Rezepte

Seit 2017 dürfen Cannabisarzneimittel (CAM) offiziell in Deutschland verschrieben werden. Um ein Rezept zu erhalten, müssen jedoch die folgenden Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Vorliegen einer schwerwiegenden Erkrankung
  • Standard-Therapien stehen nicht zur Verfügung bzw. können nicht angewendet werden
  • Aussichten auf eine positive Beeinflussung des Krankheitsverlaufs und Verbesserung der Lebensqualität

Das Spektrum an Cannabisarzneimitteln ist groß und umfasst neben Fertigarzneimitteln wie Sativex und Canemes, auch Isolate wie Dronabinol, ebenso wie getrocknete Cannabisblüten und -extrakte aus kontrolliertem Anbau. Bei den CAM finden die Wirkstoffe THC und CBD ihre Anwendung, teilweise sogar in kombinierter Form.

In Deutschland werden rund 40 Erkrankungen mit Cannabisarzneimitteln behandelt

Bei den Krankheiten selbst werden den verschreibenden Ärzten keine Vorschriften gemacht – doch um die Kostenübernahme bei der gesetzlichen Krankenkasse zu erwirken, müssen sie die Therapieentscheidung in einem Antrag begründen. Eine ausreichende Studienlage zu konkreten Indikationen wäre dabei hilfreich, ist jedoch bei den wenigsten Erkrankungen gegeben.

Mittlerweile scheint eine schmerzlindernde und entkrampfende Wirkung von Cannabis unbestritten. Statistiken legen jedoch nahe, dass das Spektrum der tatsächlichen Einsatzgebiete noch weitaus diverser sein könnte. In Deutschland werden cannabisbasierte Medikationen insgesamt bei etwa 40 verschiedenen Erkrankungen eingesetzt. Neben der Behandlung von chronischen Schmerzen, wird es auch bei Angst- und Schlafstörungen eingesetzt sowie bei den Begleiterscheinungen von Krebs und HIV. Cannabisarzneimittel gelten bei vielen Medizinern als eine sichere Alternative zu starken Schmerzmitteln wie Opioiden, welche bei einer Überdosierung sogar tödlich sein können. So konnte unter anderem in einer retrospektiven Studie ein Zusammenhang zwischen dem Einsatz von CAM und der Reduktion von Opiatmedikationen festgestellt werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bestätigte das Studienergebnis im Rahmen einer Begleiterhebung zumindest für Patienten der Cannabisblüte.

Überblick über die aktuell erhältlichen Cannabisarzneimittel

Fertigarzneimittel

Sativex/Nabiximols sind oromukosale Sprays, in denen Cannabisextrakte enthalten sind. Wobei die Wirkstoffe THC und CBD fast zu gleichen Teilen vorkommen. Das Arzneimittel wird vorwiegend bei Multiple Sklerose eingesetzt, um Spastiken zu lindern. Das Mundspray ist in Deutschland bereits seit 2011 erhältlich und wurde 2014 auch in der Schweiz zugelassen.

Canemes sind Kapseln, die Nabilon enthalten. Dies ist ein synthetisch hergestellter Wirkstoff, der THC imitiert. Eingesetzt wird dieses Medikament bei Chemotherapien, um Übelkeit und Erbrechen zu lindern.

Epidyolex ist fast reines CBD (> 98 %​​), das als orale, ölige Lösung erhältlich ist. Dieses Arzneimittel ist für die Behandlung seltener Epilepsieformen bei Kindern zugelassen und wird beispielsweise beim Lennox-Gastaut-Syndrom und Dravet-Syndrom verschrieben.

Ausgangsstoffe für Rezepturarzneimittel

Dronabinol ist ein Isolat - mit anderen Worten reines THC. Es hat eine dickflüssige, harzige Substanz und kann sowohl natürlich als auch synthetisch hergestellt werden. In der Regel wird es in Apotheken, zu Kapseln oder anderen Rezepturen verarbeitet und daraufhin in der Schmerztherapie oder bei Spastiken und neurologischen Erkrankungen eingesetzt.

Cannabisblüten sind getrocknet und in pharmazeutischer Qualität. Sie enthalten CBD und THC in variablen Mengen und darüber hinaus noch viele weitere natürlich vorkommende Cannabinoide. Cannabisblüten sind als Tee oder zur Inhalation geeignet. Sie kommen häufig bei neuropathischen und Tumorschmerzen zum Einsatz, können allerdings auch bei ADHS, entzündlichen Darmerkrankungen oder den Nebenwirkungen von Chemotherapien verwendet werden.

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. Dabei handelt es sich um ein natürlich vorkommendes Cannabinoid, welches auch synthetisch hergestellt werden kann. Es kann als Pulver isoliert und somit für die Herstellung oraler Lösungen verwendet werden. Bei diesem Wirkstoff wird eine entkrampfende und angstlösende Wirkung vermutet, weshalb CBD häufig bei psychiatrischen und neurologischen Erkrankungen seinen Einsatz findet.

Cannabisextrakte werden aus der Cannabispflanze extrahiert. Sie enthalten die Wirkstoffe CBD, THC sowie Terpene, welche möglicherweise im Zusammenspiel mit anderen Cannabinoiden eine gesonderte Wirkung für ADHS haben. Die Extrakte sind als orale Lösung erhältlich und werden im gesamten Behandlungsspektrum eingesetzt.

Schmerztherapie mit Cannabis

Etwa 15 % der weltweiten Bevölkerung sind von chronischen Schmerzen betroffen. Der Begriff ist jedoch weit gefasst: darunter fallen Nervenschmerzen genauso wie Migräne und Begleiterscheinungen unterschiedlicher Erkrankungen wie Krebs, HIV und Morbus Crohn.

Eine Abschlussauswertung des BfArM ergab: Dass in Deutschland chronische Schmerzen, mit 76,4 %, der häufigste Grund für die Verschreibung von Cannabisarzneimitteln sind, bei denen die Therapiekosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen wurden. Dabei ist anzumerken, dass die Cannabinoide grundsätzlich keine Schmerzfreiheit herstellen können. Bei der Gabe von Cannabisarzneimitteln können die Schmerzen jedoch unter Umständen als stark vermindert wahrgenommen werden, sodass die Lebensqualität der Patienten wieder steigt.

In unterschiedlichen Studien liegt die Zahl der Therapieabbrecher bei ca. einem Drittel, wobei knapp 70 % der Cannabis-Patienten von einer verbesserten Lebensqualität berichten.

Der Begriff chronische Schmerzen kann an dieser Stelle jedoch in die Irre führen, da es keine eindeutigen Abgrenzungen gibt. Während beispielsweise bei neuropathischen Schmerzen eine gute Wirkung belegt ist, beschränken sich die Erfolge bei muskulären Schmerzen bisher nur auf einzelne Erfahrungsberichte. Laut der Deutschen Schmerzgesellschaft sollen Cannabinoide Akut- und Gewebeschmerzen eher weniger ansprechen. Bei neuropathischen Schmerzen sowie durch Multiple Sklerose verursachte Spastiken könnten CAM eine Option sein.

Cannabistherapie bei MS

Bei Multiple Sklerose (MS) gilt die Evidenz aller Indikatoren bisher am stichhaltigsten. So wurde schon vor der Legalisierung von medizinischem Cannabis das CAM Sativex eingesetzt, um die typischen Symptome der MS-Erkrankung zu behandeln. Unter anderem sollte es die schmerzhaften Spastiken lindern.

Eine 2018 erschienene Studie kommt zu dem Schluss, dass bei den verschiedenen Cannabisarzneimitteln Wirkunterschiede bestehen könnten: Die Sprays scheinen Spastiken zu reduzieren, während orale Cannabisextrakte und synthetisches THC eher zu einer durch den Patienten wahrgenommene Verbesserung führen, welche von Ärzten jedoch nicht konkret messbar ist. Dennoch scheinen sowohl die Sprays, als auch Oralextrakte und synthetisches THC zur Schmerzreduktion beizutragen. Eine weitere Studie konnte im Vergleich zum Placebo auch bei Cannabisblüten eine Linderung der MS-Symptome erkennen. Diese Studie war insgesamt jedoch zu klein, um aussagekräftig zu sein.

Cannabistherapie bei ADHS

ADHS-Betroffene berichten häufig anekdotisch von den Verbesserungen ihrer Beschwerden durch den Einsatz von Cannabis. Viele geben an, sich nach dem Konsum besser fokussieren zu können und ruhiger zu werden. Ein Fallbericht des Instituts für Rechts- und Verkehrsmedizin der Unikliniken Heidelberg scheint das zu bestätigen: In diesem Fall wurde bei einem ADHS-Patienten nach dem Cannabiskonsum eine deutliche Verbesserung seines Fahrverhaltes festgestellt.

Auch wenn immer mal wieder Studien nahelegen, dass sich beispielsweise die Inhalation von Cannabis positiv auf die Linderung der ADHS-Symptome auswirken könnte, ist die wissenschaftliche Evidenz zu diesem Thema eher spärlich. Unter anderem äußerte sich der Selbsthilfeverband ADHS Deutschland e.V. im Jahr 2017 skeptisch zu dem Einsatz von Cannabisarzneimitteln. So geht aus einem Positionspapier hervor, dass man der Definition „schwer krank“ im Bezug auf ADHS nicht zustimmen möchte und der Meinung ist, dass die herkömmlichen Standardtherapien ausreichend seien. Von einer Empfehlung von Cannabisarzneimitteln wird daher abgesehen.

Auch eine systematische Meta-Studie aus dem Jahr 2019 konnte nur einen Fall ausmachen, indem die Kombination aus Cannabinoiden und Terpenen eine Linderung der ADHS-Symptome nahelegt. Jedoch konnte eine israelische Studie einen Zusammenhang zwischen dem Cannabiskonsum und einer Reduktion der ADHS-Medikation nachweisen. Auch hier scheint die Evidenzgenerierung einmal mehr dringend notwendig.

Cannabistherapie bei Angstzuständen

Des Weiteren wird der Einsatz von Cannabisarzneimitteln bei Angstzuständen kontrovers diskutiert. Aufgrund der psychotropen Eigenschaften des THCs wird strikt davon abgeraten, Menschen mit psychotischen und schizophrenen Neigungen cannabisbasierte Medikationen zu verabreichen. Allerdings scheint CBD anxiolytische Eigenschaften zu besitzen, welche gerade bei sozialen Phobien helfen könnten. In einer Studie konnte unter anderem festgestellt werden, dass CBD die Angst lindern kann, vor Publikum zu sprechen. Bei einer retrospektiven Untersuchung von Daten einer psychiatrischen Klinik kam heraus, dass sich die Angstwerte bei 79,2 % der Patienten verbesserten, während bei 66,7 % die Schlafqualität stieg.

Zudem kam eine doppelt verblindete preliminäre Studie, bei der die Gehirnaktivitäten der Probanden nach dem Cannabiskonsum gemessen wurde, zu dem Schluss, dass CBD soziale Phobien positiv beeinflussen kann. Eine weitere Meta-Studie aus dem Jahr 2020 erwähnt außerdem Cannabidiol im Zusammenhang mit der Verringerung von sozialen Ängsten. Im Endeffekt ist die Studienlage auch bei Angststörungen noch nicht aussagekräftig genug, um eine valide Basis für eine Behandlungsempfehlung darzustellen.

Fazit

  • Cannabisarzneimittel kommen in Deutschland bei rund 40 Erkrankungen zum Einsatz.
  • Vorwiegend werden CAM bei Schmerztherapien verschrieben. Hierbei ist allerdings zu differenzieren, um welche Art von Schmerz es sich handelt. Während die Wirksamkeit der Cannabisarzneimittel bei Neuropathien als belegt gilt, ist die Studienlage bei anderen Schmerzformen noch sehr dünn.
  • Bei zahlreichen Symptomen gibt es zwar Hoffnung beziehungsweise anekdotische Hinweise, dass CAM den Patienten helfen könnten. Allerdings sind noch mehr Studien erforderlich, um eine genaue Empfehlung geben zu können.
  • Unter anderem gibt es Hinweise darauf, dass CBD soziale Phobien verringern könnte.
  • Es herrscht ein großer Forschungsbedarf. So sollte vor allem bei verschiedenen Formen der chronischen Schmerzen, ADHS und diversen Angststörungen die Evidenzgenerierung systematisch vorangetrieben werden.

FAQ

Wogegen hilft medizinisches Cannabis?

Allgemeingültig ist diese Frage kaum zu beantworten, da Personen unterschiedlich auf die Medikation reagieren. Insgesamt werden die Cannabisarzneimittel allerdings häufig bei chronischen Schmerzen eingesetzt, wie etwa bei Multiple Sklerose. Die CAM können auch eine entkrampfende Wirkung bei Epilepsie haben oder die Begleiterscheinungen einer Chemotherapie mildern.

Welche Ärzte dürfen medizinisches Cannabis verschreiben?

Im Grunde können, außer Zahn- und Tiermedizinern, aller Ärzte mit einer ordnungsgemäßen und gültigen Approbation Cannabisarzneimittel verschreiben. Damit die Kosten von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen werden, muss allerdings eine schwere chronische Erkrankung vorliegen, bei der andere Therapien nicht den gewünschten Erfolg erzielt haben oder andere Therapien aus medizinischen Gründen nicht zu empfehlen sind.

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