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Cannabisarzneimittel – Die Erfahrungen eines Morbus-Crohn-Patienten

29/08/2022 3 MIN. READ Ian Marschalleck
29/08/2022 3 MIN. READ Ian Marschalleck

Es gibt wenig Therapiebereiche, in denen die Patienten so viel Eigeninitiative leisten müssen, wie beim medizinischen Cannabis. Sie lesen zahlreiche Studien, informieren sich über die rechtliche Lage und benötigte Anträge. Zudem ist es oft ein langer Weg, einen Arzt zu finden, der eine Therapie mit Naturmedizin unterstützt. Auch der erschwerte Zugang zu einer Cannabis-Therapie und die Unsicherheiten der Ärzte erhöhen den Eigenaufwand der Patienten. Doch der Wunsch nach mehr Lebensqualität ist oft so groß, dass die Patienten den Aufwand in Kauf nehmen. So auch der Morbus-Crohn-Patient Dominik, welcher uns von seinen Erfahrungen mit der Cannabis-Therapie berichtet hat. Erfahre, wie die Therapie seine Lebensqualität beeinflusst hat und welche Hürden er überwinden musste, um einen Zugang zu Cannabisarzneimitteln zu erhalten.

Ein Blick in das Leben des Morbus-Crohn-Patienten Dominik

Dominik ist aufgrund seiner Morbus-Crohn-Erkrankung seit acht Jahren Schmerzpatient. Er leidet an einer chronischen Darmentzündung, welche die Nährstoffaufnahme, die Darmfunktion und das Immunsystem stark beeinträchtigen kann. Bei Morbus-Crohn kann es außerdem zu Narbenbildungen kommen, welche intensive Schmerzen hervorrufen. Anfänglich wurde Dominik mit Cortison behandelt, dies löste bei ihm allerdings starke Nebenwirkungen aus. Seine Knochen wurden so spröde, dass er sich bei einem Spaziergang den Fuß brach. Bei dem Versuch, das Medikament abzusetzen, hatte er zudem mit Wassereinlagerungen und depressiven Verstimmungen zu kämpfen. Mit 21 Jahren nahm er schließlich täglich 14 Tabletten ein, trotzdem traten immer wieder schwere Schübe auf. So richtig geholfen hatte ihm bis dato keine Therapie. Daher schaute er sich nach Alternativen um. Bei seinen Recherchen stieß Dominik auf eine israelische Studie, in der es um die Behandlung von Morbus-Crohn mit Cannabis ging.

Daraufhin probierte er es selbst aus und bemerkte eine Verbesserung seines Zustandes - er hatte weniger Krämpfe und Schmerzen. Also begab er sich auf die Suche nach einem Arzt. Dies geschah bereits im Jahr 2015 - zwei Jahre, bevor medizinischer Cannabis in Deutschland legalisiert wurde.

Dominiks langer und steiniger Weg zur Cannabis-Therapie

Erst im Jahr 2017 wurde in Deutschland Cannabis in der Medizin zugelassen. Zuvor konnten Cannabis-Therapien nur mit einer Ausnahmegenehmigung erlaubt werden. Dominiks damalige Ärztin war nicht sonderlich begeistert von der Behandlung mit Cannabis. Sie war davon überzeugt, dass sich der therapeutische Nutzen von Cannabisarzneimittel auf Krebspatienten beschränkt. Da Dominik aus ärztlicher Sicht keine Unterstützung erhielt, eignete er sich selbst mehr Wissen zu Medizinalcannabis an. Gezwungenermaßen begann er sich selbst zu therapieren, indem er seine Symptome mit Cannabis vom Schwarzmarkt behandelte.

Einige Jahre später ging Dominik zu einem neuen Arzt, der anhand seiner Befunde und Blutergebnisse feststellen konnte, dass sich sein Krankheitsbild verbessert hat. Die Selbsttherapie hatte also angeschlagen. Als 2017 das neue Gesetz verabschiedet wurde, war Dominik sehr glücklich und begab sich direkt auf Arztsuche. Ärztliche Unterstützung fand er jedoch erst im Jahr 2018.

Doch mit der Gesetzesänderung wurde Medizinalcannabis nicht wirklich zugänglicher. So wurde beispielsweise Dominiks Antrag auf Kostenübernahme nicht genehmigt. Aus finanziellen Gründen hatte er daher noch immer keinen Zugang zu medizinischem Cannabis und musste weiterhin auf den unregulierten Markt zurückgreifen. 2019 verbesserte sich jedoch der Zugang, sodass Dominik endlich ein offizieller Cannabispatient wurde.

Für Dominik war der limitierte Zugang zur Cannabis-Therapie ein großer Kritikpunkt, ebenso wie die fehlende Kostenübernahme. Letzteres verursacht mitunter eine Zwei-Klassen-Medizin. Schließlich können sich nicht alle Patienten die teuren Cannabisarzneimittel leisten.

So hat sich Dominiks Lebensqualität verändert

Dominik berichtet, dass er nun keine Schübe mehr habe und das Cortison ohne die oben beschriebenen Nebenwirkungen absetzen konnte. Die wohl größte Veränderung ist jedoch, dass er sein Leben nun mehr genießen kann. Er muss seine Wege nicht mehr nach der Verfügbarkeit von Toiletten planen und hat somit wieder mehr Freiheiten. Dominik kann wieder arbeiten gehen, Freude treffen und in den Urlaub fahren - Alles Dinge, die für uns selbstverständlich sind, aber für einen Morbus-Crohn-Patienten eben nicht. Seine Lebensqualität hat sich durch die Therapie also deutlich gesteigert.

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