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#Science

Was ist Nano-CBD?

19/01/2021 6 MIN. READ Mirko Berger
19/01/2021 6 MIN. READ Mirko Berger

Falls du dich in den letzten Monaten im Internet nach CBD umgeschaut hast, bist du vermutlich auch über den Begriff Nano-CBD gestolpert. Unter diesem Schlagwort werden CBD-Produkte angepriesen, die angeblich besonders schnell Mengen ins Blut gelangen und so ihre Wirkung entfalten können. Tatsächlich ist Nanotechnologie ein vielversprechendes Forschungsfeld und hält auch für den CBD-Markt Spannendes bereit. Aber wie das nunmal so ist: Die CBD-Nanotechnologie ruft auch Skeptiker auf den Plan. Wir wollen daher im Folgenden mit euch ergründen, was dieses Nano-CBD überhaupt ist, was die Wissenschaft zu Nano-CBD zu sagen hat, ob es wirklich effektiver sein kann als herkömmliches CBD und was sich derzeit zur Sicherheit von Nano-CBD sagen lässt. 

Was genau ist Nano-CBD?

Der Begriff Nanotechnologie klingt beeindruckend und futuristisch, doch was dahinter steckt, ist eigentlich recht unkompliziert. CBD Nano-Produkte arbeiten mit mikroskopischen Teilchen, die weitaus kleiner sind als die Bestandteile gewöhnlicher CBD-Produkte. Nano stammt aus dem Altgriechischen und bedeutet „Zwerg“. Soll heißen: Nanotechnologie oder auch Nanotechnik bezeichnet die Verwendung von kleinsten Teilchen vom Einzelatom bis hin zur Teilchengröße von 100 Nanometern – das entspricht einem milliardstel Meter. Zum Vergleich: Ein dickes menschliches Haar ist  ca. 0,1 mm dick – also locker 100.000 mal so viel. Einige Nanostrukturen kommen sogar in der Natur vor, z. B. in Vulkanasche oder in Insektenaugen. An der Nanotechnologie gibt es aber auch reichlich Kritik, denn darüber, ob künstliche Nanopartikel diverser Stoffe sich über die Nahrungskette in Lebewesen anreichern können und über deren Schädlichkeit ist bisher wenig bekannt. 

Was machen die nanotechnologischen Unternehmen also mit CBD? 

Nano-CBD meint im Grunde nichts anderes als dass eben nur die kleinstmöglichen Partikel von CBD verwendet werden. Das kann auf verschiedene Weise passieren. Am häufigsten ist „Nano-CBD”. Das ist ein CBD-Molekül, welches mit sehr kleinen Partikeln wie zum Beispiel Lipid-Nanopartikeln (LNPs) beschichtet wird, die das CBD stabilisieren und sich in unserem Blut schneller bewegen können, als "nacktes" CBD. Der gewünschte Effekt kann so theoretisch schneller eintreten. Wird das CBD an ein Liposom angebunden bzw. davon eingeschlossen, spricht man von liposomalem CBD. Doch nicht überall, wo Nano draufsteht, steckt auch auch wirklich Nano drin. Achte daher beim Kauf immer auf vertrauenswürdige Hersteller.

Eine Studie mit Hunden, die an Arthroseschmerzen litten, attestierte eine bessere Wirkung des liposomalem als dem „nackten” CBD. Liposome und Lipid-Nanopartikel (LNPs) unterscheiden sich ein wenig im Aufbau und Funktion, dennoch sind beides Trägersubstanzen, die das CBD strukturell so verändern (quasi „verkleiden”), dass der Körper es leichter aufnehmen kann. Diesen Vorgang betrachten wir im folgenden Absatz noch einmal genauer. 

Warum sollte Nano-CBD besser funktionieren als „normales” CBD? 

Das Zauberwort lautet „Bioverfügbarkeit”, also wie schnell und wie effektiv ein Stoff in den Organismus gelangen kann. CBD ist von Natur aus eher schlecht bioverfügbar. Nano-Produkte sollen das ändern. Wie gut bioverfügbar ein Stoff ist, hängt aber von mehreren Faktoren ab. So bestimmt unter anderem die Darreichungsform, wie effektiv ein Molekül im Körper aufgenommen wird. CBD selbst ist hydrophob, was bedeutet, dass es sich nicht gut mit Wasser mischen lässt. Jedoch ist es lipophil, d. h. es lässt sich gut in Fetten oder Lipiden lösen. Dein Mund und Verdauungstrakt sind aber eher wässrig und CBD-Öl, wie der Name schon sagt, ölig. Darum wird nur ein geringer Teil des CBD aufgenommen und die meisten CBD-Partikel in öligen Tröpfchen werden, ohne auf den Körper zu wirken, wieder ausgeschieden. Normales, „nacktes” CBD-Öl hat also eine geringe Bioverfügbarkeit. Die Folge: Teures Pipi. 

Nanotechnologie kann also dafür sorgen, dass die CBD-Partikel klein genug werden, um sich so zu verhalten, als seien sie in Wasser gelöst. Für Marketingzwecke verwenden einige Firmen daher den Begriff vom wasserlöslichen CBD. Genau genommen ist das falsch, denn das CBD bleibt weiterhin hydrophob, aber die kleinen Teilchen haben nun mehr Kontakt mit den körpereigenen Enzymen und werden so besser aufgenommen. Von „wasserkompatiblem” CBD zu sprechen wäre hier korrekter – aber natürlich auch weniger sexy. Einige Skeptiker bezweifeln gleich ganz den Sinn von diesen Nano-CBD-Produkten und meinen, es sei eben, als würde man einfach eine stärkere Dosis nehmen (dass diese dann natürlich auch mit höheren Kosten verbunden wäre, scheint niemanden zu stören…). 

Ein anderer kritischer Punkt bleibt die Sicherheit, denn es gibt auf dem Gebiet der Nanotechnologie bisher viel zu wenig Forschung. Werden CBD-Partikel zu Nanopartikeln gemacht, so dringen sie vielleicht in Organe und Bereiche des Körpers ein, in denen sie gar nichts zu suchen haben… .

Als Zwischenfazit bleibt die Aussage von Prof. Dr. Singh der British Columbia University. Der betont, dass Konsumenten bei den vielen schwarzen Schafen auf dem CBD-Markt eher auf die sichere Herstellungsweise achten sollten und weniger darauf, ob es sich um Nanopartikel handelt.  „Die mikrobielle Sicherheit, die chemische Sicherheit und die toxikologische Sicherheit seien ein viel bedeutenderes Problem”, so Prof. Dr. Singh. 

Was sagt die Wissenschaft über Nano-CBD?

Die Forschung zu Nano-CBD hängt eng mit der Forschung in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie zusammen. Denn die Nanopartikeltechnologie kommt auch bei anderen Medikamenten zum Einsatz. Wenngleich die Forschungslage in Bezug auf Nano-CBD noch recht dünn ist: Vier vielversprechende Studien deuten darauf hin, dass Nano-CBD besser aufgenommen wird – auch und vor allem vom menschlichen Organismus. 

  • In einer Studie aus dem Jahr 2012 werden nanostrukturierten Lipidträger (NLC) als intelligentes und möglicherweise zukunftsweisendes Wirkstoffträgersystem der zweiten Generation beschrieben.
    Dieses Trägersystem besteht aus biologisch abbaubaren und in hohem Maße biokompatiblen Lipiden und Tensiden. Die Anwendung in verschiedenen Medikamenten wird von Regulierungsbehörden gemeinhin akzeptiert. Die Verfügbarkeit vieler Produkte und Arzneimittel auf dem Markt in kurzer Zeit zeigt die Erfolgsgeschichte dieser Lipidträger zur Herstellung von Nanopartikeln. 
  • Eine weitere Studie gab es zu Lipidnanopartikeln und CB13 – das ist ein Cannabinoid, das in der Behandlung von chronischen Schmerzen zum Einsatz kommt. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die hier verwendeten Lipidnanopartikel die orale Aufnahme effektiver machen könnten.
  • Eine Studie aus dem Jahr 2020 zu Cannabinoiden und Nanotechniken stellt fest, dass die Verwendung fester Lipidnanopartikel wesentliche Vorteile mit sich bringen könnte. Darunter die verzögerte Freisetzung, verbesserte Bioverfügbarkeit, verbesserten Wirkstoffkurven und ein breites Anwendungsspektrum.
  • Eine Studie aus dem Jahr 2017 mit neun gesunden TeilnehmerInnen benutze Nanopartikel in Form von PNL für die orale Cannabinoidaufnahme. PNL besteht aus einem mittelkettigen Triglycerid, Tensiden, einem Lösungsmittel und der einzigartigen Zugabe eines natürlichen Absorptionsverstärkers (Piperin; ein Stoff, der natürlich in schwarzem Pfeffer vorkommt). Für die Aufnahme von CBD auf diesem Weg stellten die Forscher eine Erhöhung um das Vierfache fest. 

Risiken von Nano-CBD

Viele Firmen benutzen das Wort „Nano” vor allem aus Marketinggründen, ohne dabei tatsächlich Nano-CBD zu verwenden. Hier gibt es leider noch viele Scharlatane und Halbwissen. Außerdem gibt es Sorgen, dass die besonders kleinen Nano-Partikel in menschliche Zellen und Strukturen eindringen könnten, in denen sie nichts zu suchen haben. So zum Beispiel die Placenta – ob das wirklich so ist und wenn ja, welcher Gefahr man sich damit aussetzt, ist nicht bekannt. Schwangeren Frauen wird daher vorsichtshalber empfohlen, auf Nano-CBD zu verzichten. 

Nano-Technologie ist eines der vielversprechenden modernen Felder der Wissenschaft. Nanomaterialien bringen aber auch Risiken mit sich. Das Bundesinstitut für Risikobewertung nennt drei Gründe für die Risiken bei Nanotechnologien, die man auch in Bezug auf CBD beachten sollte. Erstens wird die Reaktionsfreudigkeit des ursprünglichen Stoffes verändert. Zweitens warnt das BfR vor dessen Verhalten im Körper, genauer gesagt der Verweildauer und dem Potenzial zur Überwindung natürlicher biologischer Grenzen (z. B. der Blut-Hirn-Schranke). Auch dass immer mehr Nanopartikel verschiedener Stoffe freigesetzt und teilweise zur Belastung werden, sorgen das BfR.

Einige dieser Risiken können ja genau die Nützlichkeit von Nano-CBD ausmachen. Es ist aber noch viel Forschung nötig, um zu klären, was uns die Nanotechnologie in Bezug auf CBD wirklich bringen kann. 

Wer auf Nummer sicher gehen möchte und warten will, bis diese Fragen aus dem Weg geräumt sind, der hält sich in der Zwischenzeit lieber an herkömmliches CBD – natürlich nur von vertrauenswürdigen Herstellern.

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