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Was sind Cannabinoide und welche gibt es?

15/12/2020 7 MIN. LESEZEIT Mirko Berger
15/12/2020 7 MIN. LESEZEIT Mirko Berger

Einleitung Cannabinoide 101

Wir stehen noch ganz am Anfang der Entdeckungsreise zum Thema Cannabis und was es so alles als Heilpflanze kann. Hast du dich jemals gefragt, warum Cannabis derart vielseitig ist und es dafür so viele Anwendungen für Wellness und im medizinischen Bereich gibt? In diesem Artikel erfährst du mehr über die bereits altbekannten Cannabinoide wie CBD und THC und andere weniger prominente.

Bisher wurden in der Cannabispflanze bereits mehr als 500 verschiedene Stoffe gefunden, darunter mehr als 144 Cannabinoide. Andere Stoffe wie Terpene und Flavonoide, die hauptsächlich für den Geruch und Geschmack der Blüten verantwortlich sind, findet man auch in anderen Pflanzen. Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch eine Wirkung auf deinen Körper haben. Von den zwei prominenten Vertretern der Cannabinoide CBD und THC hast du ja vielleicht schon gehört, vielleicht sogar vom Endocannabinoidsystem, wir wollen aber auch einen Blick auf die anderen Stoffe werfen und wie sie auf deinen Körper wirken.

Wie wirken Cannabinoide im Körper?

Alle haben es, lange wusste keiner davon und heute lernen wir mehr: Das Endocannabinoidsystem. Dieses System in deinem Körper wurde in den frühen 1990ern entdeckt und besteht aus CB1 und CB2 Rezeptoren, die wiederum mit Stoffen interagieren, die dein Körper selbst herstellt, den Endocannabinoiden. Zu den Endocannabinoiden gehören Stoffe wie 2-AG, Anandamid, Virodhamin und 2-Arachidonoylglycerol. Diese Stoffe wirken auf das Endocannabinoidsystem und sorgen dafür, dass die Schmerzregulation, dein Hungergefühl und Verdauung, deine Immunabwehr, Muskelspannung und Blutdruck und vieles mehr im Gleichgewicht bleiben und richtig funktionieren.

Gerät dieses Gleichgewicht aus den Fugen, so kann dies zu Gesundheitsproblemen führen, die von Arthritis, Depression, Schlaflosigkeit bis hin zu Morbus Crohn reichen. Hier kommt die Cannabispflanze ins Spiel. Sie produziert ebenfalls Cannabinoide, auch Phyto-Cannabinoide genannt, und diese ähneln den körpereigenen Stoffen so sehr, dass sie ebenfalls an die CB1- und CB2-Rezeptoren binden können und so das Endocannabinoidsystem beeinflussen. Die Zufuhr von Cannabinoiden kann also das Gleichgewicht wieder herstellen und so eventuelle körperliche Leiden mindern.

Welche Cannabinoide gibt es in der Cannabispflanze?

Wir sind noch ganz am Anfang der Entdeckungsreise, was alles so in Cannabis steckt, was an seinem unwahren Ruf als Teufelskraut über die Jahre geschuldet sein muss. Heute geht man von über 144 unterschiedlichen Cannabinoiden aus. Diese werden in der Cannabispflanze hergestellt und durch Umwelteinflüsse wie Hitze, Licht und Oxidation in weitere Formen umgewandelt. So kann ein Stoff mehrere Stufen annehmen und auch andere Namen tragen. THC beginnt zum Beispiel sein Leben in der Cannabispflanze als CBGA, wird dann zu THCA und dann schließlich zum THC, von dem du ja vielleicht einmal gehört hast. Sehr ähnliche Namen mit zum Beispiel einen zusätzlichen Buchstaben deuten auf verschiedene Stoffformen hin. Dabei kann der Unterschied in der chemischen Formel klein anmuten, aber eine große Wirkung haben. Der Grad der Psychoaktivität des Stoffes zum Beispiel ändert sich und damit auch eventuell der therapeutische Anwendungsbereich.

Denn die Cannbinoide wirken nicht alle gleich und aktivieren auf unterschiedliche Weise das Endocannabinoidsystem. Wird die Pflanze in den Körper aufgenommen (durch Rauchen, über Nahrung, als Öl, oder in anderer Form) gibt es noch einen Überraschungsgast bzw. -gäste auf der Party im Endocannabinoidsystem: die Terpene, Flavonoide oder auch andere Cannabinoide im Hanf. Gemeinsam wirken diese Stoffe in synergetischen Effekt auf deinen Körper. Dies wird als Entourage-Effekt bezeichnet. Wie bei jeder Party ändert sich die Stimmung und Dynamik mit der Zusammensetzung der Gäste. Diese Zusammensetzung ist es auch, was die Diskussion um die eine oder andere Cannabissorte überhaupt ins Rollen gebracht hat.

Merke: Hat das Cannabinoid ein A am Ende so ist dies die saure Form, die dann durch Decarboxylierung in die neutrale Form umgewandelt wird.

THCA

THC/A oder THC-Säure. Dies ist die saure Form von Tetrahydrocannabinol, die noch keine psychoaktiven Effekte aufweist. In den USA kann es als kristallines Pulver in den Dispensaries gekauft werden. Die meisten Nutzer erhitzen es dann, um aus THC/A THC zu machen und dann so die psychoaktiven Effekte zu aktivieren. Es gibt auch Kapseln auf dem Markt, die therapeutischen Nutzen haben sollen. Belege dafür fehlen bisher aber.

THCV

Ein beliebtes Cannabinoid ist THCV oder Tetrahydrocannabivarin. Es ist dem THC sehr ähnlich, hat jedoch eine leicht veränderte Wirkweise. Es kann bei Angststörungen eingesetzt werden und kann sogar die Wirkung von THC umkehren, das selbst manchmal Angstzustände auslösen kann. Es gibt auch Hinweise darauf, dass es bei der Gewichtsreduktion hilft, indem es den Appetit reduziert und den Stoffwechsel ankurbelt. Einige Studien weisen auf die positive Wirkung auf die Insulinproduktion haben kann. Es gibt auch Hinweise darauf, dass THCV das Wachstum neuer Knochenzellen fördern kann und Wirkungen auf bei Parkinson bedürfen weiterer Forschung.

CBDV

Dieses Cannabinoid, auch als Cannabidivarin bekannt, ist noch relativ unerforscht, aber wenn du CBD kennst, ist dieser Verwandte vielleicht einen Versuch wert. Die Wirkung ist ähnlich wie CBD. Es hat sich in Studien gezeigt, dass CBDV die Anzahl der Anfälle bei Patienten mit Epilepsie deutlich reduzieren kann. In einer Studie mit Ratten konnte auch die Wirksamkeit von CBDV gegen Übelkeit nachgewiesen werden.

CBC

CBC oder Cannabichromen hat ebenfalls therapeutische Wirkung. So kann es zum Beispiel als Antibiotikatherapie gegen resistente Keime eingesetzt werden – bisher allerdings nur in der Petrischale. Es wurden schmerzlindernde und entzündungshemmende Eigenschaften festgestellt, wenn es mit THC kombiniert wird. Für das Hirn kann es neurodegenerativen Erkrankungen entgegenwirken, z.B. bei Alzheimer. Es fördert das Wachstum von Gehirnzellen, die für das Lernen und Gedächtnisfunktionen verantwortlich sind.

CBCV

CBCV, auch Cannabichromevarin, ähnelt dem Cannabinoid CBC und ihm werden ähnliche Wirkungen nachgesagt. Leider gibt es zu diesem Cannabinoid bisher kaum bis gar keine Studien.

CBG

CBG, Cannabigerol, ist ein weit verbreitetes Cannabinoid, das sowohl in Cannabis als auch in Nutzhanfpflanzen vorkommt. Es ist nicht psychoaktiv und ist daher für Menschen gut geeignet, die keine psychoaktiven Wirkungen mit Cannabinoiden erzielen möchten. Trotzdem hat auch dieses Cannabinoid therapeutische Wirkungen. Untersuchungen deuten darauf hin, dass es ein wirksames Schmerzmittel sein kann und entzündungshemmend ist. Es wurden auch neuroprotektive Eigenschaften festgestellt, die zum Beispiel gegen die Huntington-Krankheit zum Einsatz kommen können. Diese Erbkrankheit betrifft das Gehirn und führt unwillkürlichen, unkoordinierten Bewegungen. Eine positiv unterstützende therapeutische Wirkung wurde auch bei Darmkrebs, Prostatakrebs und Mundkrebs untersucht.

Bei Erkrankungen der Augen, kann es zur Senkung des Augeninnendrucks eingesetzt werden und kann so beim Glaukom helfen. Hoffnungsträger ist dieses Cannabinoid auch bei der Bekämpfung resistenter Bakterienstämme wie MRSA. Auch für Leute, die an Hautkrankheiten wie Psoriasis oder Schuppenflechte leiden, kann es Abhilfe und Linderung schaffen. Studien an Ratten haben auch eine Wirkung auf Neurotransmitter und somit Stimmung festgestellt, vielleicht führt dies zur Entwicklung neuer Arten von Antidepressiva.

CBGV

CBGV oder Cannabigerovarin, ist für seine schmerzlindernden und entzündungshemmenden Eigenschaften bekannt und diese sind für Mäuse auch wissenschaftlich belegt. Für trockene Haut und hautendzündliche Krankheiten verspricht dieses Cannabinoid auch Linderung, was dieses Cannabionoid besonders macht. Auch in der Krebstherapie könnte es positive Effekte erzielen. So gibt es Hinweise darauf, dass CBGV das Wachstum von Leukämiezellen hemmt.

CBN

CBN oder Cannabinol entsteht beim Verfallsprozess von THCA. Klingt nicht besonders sexy, aber viele schätzen die Wirkung dieses Cannabinioids. Viele Nutzer gehen davon aus, dass Cannbinol ein Beruhigungsmittel ist. Tatsache ist aber, dass es in reiner Form nicht sedierend wirkt, sondern der Mix entscheidend ist, bzw die Kombination mit THC.

Untersuchungen (vorrangig mit Ratten) zeigen, dass CBN den Appetit anregen, gegen Glaukom und als Antibiotikum wirken kann. In der ALS-Forschung (amyotrophe Lateralsklerose) gibt es auch hoffnungsvolle Ansätze bei Mäusen dafür, dass der Ausbruch von ALS durch CBN verzögert werden kann. Weitere Studien auch und vor allem am Menschen sind dringend notwendig, um die vermeintlich positive Wirkung zu bestätigen.

CBL

Cannbicyclol (CBL) entsteht, wenn Cannabichromene (CBC) erhitzt werden und man findet es häufiger in Cannabis, das schon eine Zeit lagert. Der Forschungsstand ist zu diesem Cannabinoid sehr dünn, weil auch die Konzentration in der Pflanze sehr gering ist. Studien wurden zur Prostaglandinproduktion durchgeführt und das mit keinem Ergebnis. Einige WissenschaftlerInnen gehen von positiven Effekten bei Entzündung und auf Tumorzellen aus, aber dazu ist noch so einiges an Forschung nötig.

Was sind synthetische Cannabinoide?

Segen und Unheil

Während Cannabis im Freizeitgebrauch und inzwischen auch zu medizinischen Zwecken sich großer und wachsender Beliebtheit erfreut, werden in den Laboren auch synthetische Cannabinoide hergestellt, die die gleichen Rezeptoren im Körper aktivieren wie Cannabis. Einige davon haben strikte Arzneimittelzulassungsverfahren durchlaufen und stehen Patienten als Behandlungsoption zur Verfügung. Aber andere synthetische Cannabinoide haben keinerlei Testung hinter sich und sind nicht zugelassen, werden aber trotzdem auf der Straße als Designer-Droge vertickt. Dies ist nicht unbedingt hilfreich, das Schmuddel-Image von Cannabis und seinen Cannabinoiden aufzupolieren und seine ernsthafte therapeutische Wirkung in den Vordergrund zu stellen.

Schauen wir zuerst auf den Segen. Zwei der zugelassenen Medikamente, die auf synthetischen Cannabinoiden basieren, sind Dronabinol und Nabilone, beide zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen bei Chemotherapie und Appetitlosigkeit und Gewichtsverlust bei AIDS-Kranken eingesetzt. Diese sind also unter Laborbedingungen entstanden und getestet und sind als verschreibungspflichtige Medikamente zugelassen.

Spice und K2 hingegen sind in diesem Fall das Unheil und auf der Straße zu finden. Niemand weiß genau, was in diesen Designer-Drogen drin ist und welches Cannabinoid hier nun wirkt. Manchmal sind es sogar gar keine Cannabinoide, sondern andere Wirkstoffe, die reingemischt werden, wie z.B. Halluzinogene und synthetische Opioide. Die Nebenwirkungen können hier dramatisch sein: Atemstörungen und Nierenschäden wurden mit diesen Synthetika in Verbindung gebracht.

Patienten, die Cannabis als Medikament verwenden, ziehen daher die Natur-Cannabinoide weiterhin den synthetischen Cannabinoiden vor, denn Mutter Natur hat in der Pflanze ein Gleichgewicht zwischen den Cannabinoiden hergestellt, an die die Labore wohl nicht herankommen. Um die Wirkstoffe genauer zu untersuchen, müssen einzelne Komponenten natürlich isoliert betrachtet werden, aber vielleicht sind Cannabinoide einfach mehr als die Summe ihrer Teile. Es gibt jedenfalls noch viel zu lernen über die vielen Cannabinoide und ihre unzähligen Möglichkeiten der Anwendung.

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