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Was hat Cannabis mit der Zahl 420 zu tun?

Was hat Cannabis mit der Zahl 420 zu tun?

Oder anders gefragt: Was hat ein französischer (Mikro-)Biologe aus dem 19. Jahrhundert mit Cannabis zu tun? 🤷‍♀️

 

Die Suche beginnt

San Rafael, Kalifornien, Herbst 1971 – nach dem Unterricht versammeln sich die fünf Mitglieder einer Gruppe namens „The Waldos“ vor der örtlichen High-School an einer Statue von Louis Pasteur. Ihre Mission: Eine Schatzsuche.
Von einem Leuchtturmwärter der US-Küstenwache hatte einer der Waldos die passende Schatzkarte erhalten. Der Schatz: Eine aufgegebene Cannabis-Plantage. Ihm selbst, also dem Leuchtturmwärter, war die Kiste zu heiß geworden; immerhin war er Staatsbediensteter und 1971 nahm man es mit Cannabis selbst in Kalifornien nicht mehr ganz so locker. Da die Plantage aber bereits angelegt war und der verantwortungsbewusste Leuchtturmwärter nichts verkommen lassen wollte, zeichnete er die Karte.

So machten sich die Waldos in freudiger Erwartung nach der Schule auf, um den Schatz zu bergen. Doch sie gingen leer aus und so verabredeten sich die Schüler voll Entschlossenheit für den nächsten Tag. Und den nächsten. Und den nächsten… – ohne Erfolg. Der ausbleibende Erfolg führte zu einem täglich wiederkehrenden Ritual. Zur Erinnerung: 1971 konnte man nicht per WhatsApp spontan Treffen einberufen. Es brauchte also einen festen Ort und eine feste Zeit. Der Ort war bereits gefunden: Die Statue von Louis Pasteur (ja, der mit der Milch). Die Zeit: zwanzig nach vier. Oder, wie man im englischen Sprachraum sagt: 4:20 – four twenty.

Ein Code macht Schule

Um sich also selbst unter den wachsamen Augen der Lehrer einander an die nachmittägliche Mission erinnern zu können, genügte es, sich auf dem Flur zunächst ein verstohlenes „4:20 Louis!“ zuzuraunen, das dann, vermutlich aus zeitökonomischen Gründen, zu „420!“ verkürzt wurde.

Nach zahlreichen gescheiterten Versuchen und dem Ende der Cannabis-Saison mussten die Waldos sich der traurigen Wahrheit stellen: Sie würden die Plantage nicht finden. „420“ jedoch stand mittlerweile nicht mehr nur für die Schatzsuche, sondern war zu einem Geheimcode für das Konsumieren von Cannabis geworden. Jedenfalls für die Waldos.

Eine Zahl auf Tournee

Einer der Waldos, Dave Reddix, tourte kurze Zeit später als Roadie mit der Band „The Grateful Dead“, dessen Bekanntheitsgrad zu dieser Zeit vor allem in der Drogen- und Cannabisaffinen Subkultur seinen vorläufigen Höhepunkt erreicht hatte, quer durch die USA. Reddix, so die Erzählung, setzte sich erfolgreich damit durch, 4:20 als gesellschaftlich akzeptable Zeit zu etablieren, um Cannabis zu konsumieren. Nachmittags wohlgemerkt. „Kein Bier vor vier“ für Cannabis sozusagen.

Die Grateful Dead sind jedoch nicht nur für ihre meisterhaften Improvisationen bekannt, mit denen sie aus einem 3-Minuten Song locker eine 30-minütige musikalische Reise werden lassen. Sie hatten (und haben) auch eine extrem große, treue und engagierte Gefolgschaft, deren Mitglieder sogar mit einem eigenen Begriff bezeichnet werden: „Deadheads“. Passenderweise sind die Ursprünge der Deadheads ebenfalls in San Rafael zu verorten.

Das Vermächtnis des Leuchtturmwärters

So konnte der einstige Geheimcode, als Slang-Wort entlang der schier endlosen Tournee-Meilen der Band zunächst unter Deadheads, Fuß fassen und ist mittlerweile auch aus dem internationalen (Cannabis-)Sprachgebrauch nicht mehr wegzudenken. In englischer Datumsschreibweise bezeichnet “4/20” außerdem den 20. April - so ist aus der Suche von 5 Teenagern nach einer Cannabis-Plantage ein international etablierter “offizieller” Cannabis-Feiertag geworden, der mittlerweile nicht nur auf dem nordamerikanischen Kontinent, je nach aktueller Gesetzeslage mal mehr und mal weniger offen, zelebriert wird.

Auch wenn also das ursprüngliche Vermächtnis des Leuchtturmwärters nie gefunden wurde – der internationalen Cannabiskultur hat er durch das Zeichnen seiner Karte einen ungleich größeren, die Zeiten überdauernden Schatz hinterlassen: 420!

 

In diesem Sinne: Happy 420! 🥳

 

Ps: Auch wenn sich diese Geschichte teilweise liest, wie ein modernes städtisches Märchen – weite Teile davon konnten mittlerweile historisch belegt werden. Gleich mehrere Artikel des "San Francisco Chronicle” widmen sich der Story, siehe z.B. hier oder hier. Interessierst du dich für weitere Themen aus dem Bereich CBD, Hanf und Co.? In unserem Hanf-Wiki schlüsseln wir beispielsweise auf, was der Unterschied zwischen CBD und THC ist oder gehen genauer auf die derzeitige CBD Rechtslage in Deutschland ein. 

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