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Kann CBD bei PMS helfen?

19/07/2022 5 MIN. LESEZEIT Sophie Klingler
19/07/2022 5 MIN. LESEZEIT Sophie Klingler

PMS ‚Äď f√ľr Eingeweihte muss in Sachen Intro an dieser Stelle wohl gar nicht viel mehr gesagt werden, um Erinnerungen an ziemlich unsch√∂ne Situationen wachzurufen‚Ķ F√ľr alle anderen: PMS steht f√ľr das pr√§menstruelle Syndrom ‚Äď die ‚ÄěTage vor den Tagen‚ÄĚ.

Schwankungen im k√∂rperlichen und seelischen Befinden, hervorgerufen durch zyklusabh√§ngige hormonelle Ver√§nderungen, haben fast jeder Frau schon mal das Leben schwer gemacht. Bei fast jeder Dritten der Betroffenen sind die Beschwerden so stark, dass sie sich dadurch im Alltag eingeschr√§nkt f√ľhlen. Bei ca. 5 % kann es aufgrund von PMS sogar zu schweren psychischen Problemen kommen ‚Äď ziemlich miese Geschichte also.

Und auch sonst: Die Liste m√∂glicher Symptome w√ľrde so manchem schon beim Lesen den Angstschwei√ü auf die Stirn treiben: Kopfschmerzen, Lethargie und Lustlosigkeit, Schlafst√∂rungen, Ersch√∂pfung, Kreislaufprobleme, Reizbarkeit, Unterleibsschmerzen und Verdauungsst√∂rungen, um nur einige zu nennen.

Kein Wunder also, dass es im Internet nicht an (Geheim-)Tipps mangelt, wie man sich als Betroffene Abhilfe verschaffen kann. Immer √∂fter ist in diesem Zusammenhang die Rede von CBD. W√§hrend das nicht-berauschende Cannabinoid hierzulande noch eher zur√ľckhaltend gefeiert wird, hat es beispielsweise in den USA auch und vor allem unter PMS-Betroffenen bereits eine treue Anh√§ngerschaft.

Wir schauen uns heute an, ob da was dran ist und klären die Frage ob CBD bei PMS tatsächlich helfen kann.

Aber erst mal:

Was genau ist PMS √ľberhaupt?

PMS wurde erst im Jahr 2000 als eigenes Krankheitsbild definiert und somit anerkannt. Und das, obwohl PMS zu den h√§ufigsten gyn√§kologischen Beschwerden √ľberhaupt geh√∂rt.

Eine kleine Auswahl an Symptomen haben wir oben bereits gegeben; generell klagen Betroffene vor allem √ľber Unterleibsschmerzen, √úbelkeit und Kopfschmerzen sowie √ľber psychische Symptome wie depressiven Verstimmungen, Stimmungsschwankungen und erh√∂hter Reizbarkeit. Wie genau sich PMS √§u√üert, kann aber von Frau zu Frau stark variieren.

Das gilt auch f√ľr die H√§ufigkeit, mit der die Symptome auftreten. Mal ist die Rede von 20-40 % aller Frauen, mal hei√üt es 75-85 % und manche Quellen behaupten sogar, dass bis zu 95 % aller menstruierenden Frauen betroffen sind. So oder so wird hier aber eines deutlich: Wenn du unter PMS leidest bist du damit also l√§ngst nicht allein!

Nat√ľrlich gibt es wie immer auch andere Meinungen: So kommt eine √úbersichtsarbeit (Meta-Review) zu dem Schluss, dass es PMS, so wie es allgemeinhin verstanden wird, eventuell gar nicht existiert‚Ķ Na sch√∂nen Dank auch.

Von solchen Ausreißern mal abgesehen, lässt sich generell festhalten, dass die Symptome nach dem Eisprung und ca. 1-2 Wochen vor dem Einsetzen der Menstruation auftreten und mit deren Beginn wieder verschwinden.

Obwohl unbestritten viele Frauen unter PMS leiden, bleibt es als Krankheit auch in seiner schwereren Form, der pr√§menstruellen dysphorischen St√∂rung (PMDS), oft unbehandelt. √úber die Gr√ľnde lie√üe sich sicher viel Kluges und noch viel mehr D√ľmmliches sagen. Fest steht, dass PMS multifaktoriell bedingt (also ziemlich komplex) ist und sich ohnehin schwer sicher diagnostizieren l√§sst. Der Goldstandard hierzu w√§re ein Symptomtagebuch, in dem die Symptome √ľber mehrere Monate hinweg festgehalten werden‚Ķ ein solches Dokument l√ľckenlos zu f√ľhren geht allerdings mit einem entsprechend hohen Aufwand einher und wird daher in der Regel nur schlecht angenommen und oft aufgegeben.

(Wie) Kann CBD bei PMS helfen?

Der Griff zu diversen (Haus-)Mittelchen erfolgt da schon deutlich h√§ufiger. Klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol werden daf√ľr ebenso gern genommen wie pflanzliche Mittel, darunter M√∂nchspfeffer, Frauenmantel und Johanniskraut.

Auch CBD wird in diesem Zusammenhang immer √∂fter erw√§hnt. Es mangelt mittlerweile nicht mehr an anekdotischen Berichten, in denen der Effekt von CBD zur Reduzierung von PMS-Symptomen √ľber den gr√ľnen Klee gelobt wird. Ein Blick auf die Forschung macht allerdings schnell deutlich: Aus wissenschaftlicher Sicht l√§sst sich der Einsatz von CBD zur Behandlung von PMS-Symptomen noch nicht beurteilen.

Eine Betrachtung der einzelnen Symptome und ob CBD hier eventuell Abhilfe schaffen könnte, kann aber wertvolle Anhaltspunkte liefern:

Aber zun√§chst auch hier wieder der Hinweis: Wir sind keine √Ąrzte! Und selbst wenn: Die Sache ist, wie wir gesehen haben, ziemlich komplex ‚Äď an dieser Stelle zu behaupten, es g√§be f√ľr all diese vielschichtigen Probleme eine simple L√∂sung, w√§re vermessen und falsch. Wenn du also wirklich unter starken PMS-Symptomen leidest, bleibt dir der Weg zum Arzt leider nicht erspart.

Wir k√∂nnen hier lediglich einen √úberblick √ľber das Wenige bieten, was in der Wissenschaft zu diesem Thema bekannt ist.

So gibt es beispielsweise interessante Studien zu den angstmildernden Effekten, die von CBD ausgehen. Zwar k√∂nnen diese stark dosisabh√§ngig sein, aber mit der richtigen Menge CBD (in dieser speziellen Studie waren es 300 mg CBD) konnte die √Ąngstlichkeit der Probanden signifikant reduziert werden. Die Forscher sprechen CBD daher angstl√∂sende Eigenschaften zu. Bevor diese zun√§chst theoretische Einsicht aber in handfeste praktische Empfehlungen umgesetzt werden kann, sind viele Fragen zu kl√§ren.

Leider ist die Studienlage zu den eben genannten angstmildernden Effekten tatsächlich noch eine der besseren. Hinweise, unter anderem aus Tiermodellstudien und retrospektiven Studien (also beides Studien, die aufgrund ihrer Methodik keine allgemeinen Aussagen zulassen), gibt es außerdem auf mögliche antidepressive Effekte, einen positiven Einfluss auf das Schmerzempfinden, den Schlaf und die Fähigkeit, mit Stress umzugehen.

Aber auch hier gilt wieder: Von einer Studienlage, die generelle Aussagen zulässt (geschweige denn eindeutige Handlungsempfehlungen), sind wir weit entfernt.

Was hilft sonst bei PMS?

Die Verwendung von CBD zur Verbesserung PMS-bedingter Beschwerden muss also derzeit noch als Experiment gelten ‚Äď wenngleich viele Nutzer von guten Ergebnissen berichten.

Jenseits von CBD k√∂nnen Betroffene aber noch auf andere, eher klassische Methoden zur√ľckgreifen: Leichte Schmerzmittel wie Acetylsalicyls√§ure (Aspirin) oder Ibuprofen zum Beispiel k√∂nnen oft das Schlimmste verhindern und sog. Diuretika (harntreibende Mittel) k√∂nnen Wassereinlagerungen w√§hrend der zweiten Zyklush√§lfte (Achtung: Wortspiel!) eind√§mmen. Auch die Anti-Baby-Pille wird gern in diesem Zusammenhang verschrieben ‚Äď das kann aber mit unerw√ľnschten Nebenwirkungen einhergehen und nicht jede Frau f√ľhlt sich wohl mit dem Gedanken, dauerhaft Hormone einzunehmen. Und ‚Äď ihr k√∂nnt es euch vielleicht schon denken ‚Äď nat√ľrlich solltet ihr solche Ma√ünahmen immer mit eurem Arzt besprechen.

Wer es lieber ohne Medikamente probieren will, sollte versuchen, regelm√§√üig Sport zu machen: Der kann n√§mlich helfen, Stimmungsschwankungen zu reduzieren und gilt hier sogar als ziemlich effektiv (und selbst wenn nicht ‚Äď so‚Äôn bisschen Sport hat ja noch keinem geschadet!).

Außerdem kannst du versuchen, Tee-, Zucker-, Alkohol-, Salz- und Koffeinkonsum einzuschränken und im Alltag Stress zu vermeiden (ach ne…!).

Kalzium und Vitamin D seien an dieser Stelle ebenfalls empfohlen. Hierzu gibt es im Zusammenhang mit PMS ebenfalls eine Empfehlung. Auch von pflanzlicher Seite gibt es noch Unterst√ľtzung: Hinweisen zufolge kann M√∂nchspfeffer helfen. Noch eher unklar ist Sinn und Nutzen von Akupunktur und Reflexzonenmassage.

Zaubert CBD nun mein PMS weg oder nicht?

Ist also CBD das neue Wundermittel gegen PMS? So gern wir dir das auch sagen w√ľrden‚Ķ vermutlich nicht. Das liegt aber gar nicht einmal unbedingt daran, dass CBD keinen Effekt h√§tte ‚Äď PMS ist als Krankheitsbild einfach viel zu komplex. Die Liste an m√∂glichen Beschwerden ist lang und jeder K√∂rper ist anders. Und so reizvoll es scheint, nach einer one-for-all L√∂sung zu suchen, die allen Betroffenen die Linderung all ihrer Symptome verspricht ‚Äď dass eine solche L√∂sung jemals gefunden wird, ist ziemlich unrealistisch.

Aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen: Schon ein paar kleine Verbesserungen hier und da k√∂nnen bereits einen riesigen Unterschied machen. Und ‚Äď wer wei√ü ‚Äď vielleicht haben wir ja bald Gewissheit dar√ľber, ob CBD Produkte kaufen, wie¬†z.B.¬†CBD √Ėl und CBD Fruchtgummis nun seinen Teil dazu beitr√§gt oder nicht. Erste Anzeichen daf√ľr lassen sich reichlich finden.

Beitragsbild: Unsplash.com

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