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#CBD

Kann CBD bei PMS helfen?

08/01/2021 5 MIN. LESEZEIT Tim Dresemann
08/01/2021 5 MIN. LESEZEIT Tim Dresemann

PMS – fĂŒr Eingeweihte muss in Sachen Intro an dieser Stelle wohl gar nicht viel mehr gesagt werden, um Erinnerungen an ziemlich unschöne Situationen wachzurufen
 FĂŒr alle anderen: PMS steht fĂŒr das prĂ€menstruelle Syndrom – die „Tage vor den Tagen”.

Schwankungen im körperlichen und seelischen Befinden, hervorgerufen durch zyklusabhĂ€ngige hormonelle VerĂ€nderungen, haben fast jeder Frau schon mal das Leben schwer gemacht. Bei fast jeder Dritten der Betroffenen sind die Beschwerden so stark, dass sie sich dadurch im Alltag eingeschrĂ€nkt fĂŒhlen. Bei ca. 5 % kann es aufgrund von PMS sogar zu schweren psychischen Problemen kommen – ziemlich miese Geschichte also.

Und auch sonst: Die Liste möglicher Symptome wĂŒrde so manchem schon beim Lesen den Angstschweiß auf die Stirn treiben: Kopfschmerzen, Lethargie und Lustlosigkeit, Schlafstörungen, Erschöpfung, Kreislaufprobleme, Reizbarkeit, Unterleibsschmerzen und Verdauungsstörungen, um nur einige zu nennen.

Kein Wunder also, dass es im Internet nicht an (Geheim-)Tipps mangelt, wie man sich als Betroffene Abhilfe verschaffen kann. Immer öfter ist in diesem Zusammenhang die Rede von CBD. WĂ€hrend das nicht-berauschende Cannabinoid hierzulande noch eher zurĂŒckhaltend gefeiert wird, hat es beispielsweise in den USA auch und vor allem unter PMS-Betroffenen bereits eine treue AnhĂ€ngerschaft.

Wir schauen uns heute an, ob da was dran ist und klÀren die Frage ob CBD bei PMS tatsÀchlich helfen kann.

Aber erst mal:

Was genau ist PMS ĂŒberhaupt?

PMS wurde erst im Jahr 2000 als eigenes Krankheitsbild definiert und somit anerkannt. Und das, obwohl PMS zu den hĂ€ufigsten gynĂ€kologischen Beschwerden ĂŒberhaupt gehört.

Eine kleine Auswahl an Symptomen haben wir oben bereits gegeben; generell klagen Betroffene vor allem ĂŒber Unterleibsschmerzen, Übelkeit und Kopfschmerzen sowie ĂŒber psychische Symptome wie depressiven Verstimmungen, Stimmungsschwankungen und erhöhter Reizbarkeit. Wie genau sich PMS Ă€ußert, kann aber von Frau zu Frau stark variieren.

Das gilt auch fĂŒr die HĂ€ufigkeit, mit der die Symptome auftreten. Mal ist die Rede von 20-40 % aller Frauen, mal heißt es 75-85 % und manche Quellen behaupten sogar, dass bis zu 95 % aller menstruierenden Frauen betroffen sind. So oder so wird hier aber eines deutlich: Wenn du unter PMS leidest bist du damit also lĂ€ngst nicht allein!

NatĂŒrlich gibt es wie immer auch andere Meinungen: So kommt eine Übersichtsarbeit (Meta-Review) zu dem Schluss, dass es PMS, so wie es allgemeinhin verstanden wird, eventuell gar nicht existiert
 Na schönen Dank auch.

Von solchen Ausreißern mal abgesehen, lĂ€sst sich generell festhalten, dass die Symptome nach dem Eisprung und ca. 1-2 Wochen vor dem Einsetzen der Menstruation auftreten und mit deren Beginn wieder verschwinden.

Obwohl unbestritten viele Frauen unter PMS leiden, bleibt es als Krankheit auch in seiner schwereren Form, der prĂ€menstruellen dysphorischen Störung (PMDS), oft unbehandelt. Über die GrĂŒnde ließe sich sicher viel Kluges und noch viel mehr DĂŒmmliches sagen. Fest steht, dass PMS multifaktoriell bedingt (also ziemlich komplex) ist und sich ohnehin schwer sicher diagnostizieren lĂ€sst. Der Goldstandard hierzu wĂ€re ein Symptomtagebuch, in dem die Symptome ĂŒber mehrere Monate hinweg festgehalten werden
 ein solches Dokument lĂŒckenlos zu fĂŒhren geht allerdings mit einem entsprechend hohen Aufwand einher und wird daher in der Regel nur schlecht angenommen und oft aufgegeben.

(Wie) Kann CBD bei PMS helfen?

Der Griff zu diversen (Haus-)Mittelchen erfolgt da schon deutlich hĂ€ufiger. Klassische Schmerzmittel wie Ibuprofen, Diclofenac oder Paracetamol werden dafĂŒr ebenso gern genommen wie pflanzliche Mittel, darunter Mönchspfeffer, Frauenmantel und Johanniskraut.

Auch CBD wird in diesem Zusammenhang immer öfter erwĂ€hnt. Es mangelt mittlerweile nicht mehr an anekdotischen Berichten, in denen der Effekt von CBD zur Reduzierung von PMS-Symptomen ĂŒber den grĂŒnen Klee gelobt wird. Ein Blick auf die Forschung macht allerdings schnell deutlich: Aus wissenschaftlicher Sicht lĂ€sst sich der Einsatz von CBD zur Behandlung von PMS-Symptomen noch nicht beurteilen.

Eine Betrachtung der einzelnen Symptome und ob CBD hier eventuell Abhilfe schaffen könnte, kann aber wertvolle Anhaltspunkte liefern:

Aber zunĂ€chst auch hier wieder der Hinweis: Wir sind keine Ärzte! Und selbst wenn: Die Sache ist, wie wir gesehen haben, ziemlich komplex – an dieser Stelle zu behaupten, es gĂ€be fĂŒr all diese vielschichtigen Probleme eine simple Lösung, wĂ€re vermessen und falsch. Wenn du also wirklich unter starken PMS-Symptomen leidest, bleibt dir der Weg zum Arzt leider nicht erspart.

Wir können hier lediglich einen Überblick ĂŒber das Wenige bieten, was in der Wissenschaft zu diesem Thema bekannt ist.

So gibt es beispielsweise interessante Studien zu den angstmildernden Effekten, die von CBD ausgehen. Zwar können diese stark dosisabhĂ€ngig sein, aber mit der richtigen Menge CBD (in dieser speziellen Studie waren es 300 mg CBD) konnte die Ängstlichkeit der Probanden signifikant reduziert werden. Die Forscher sprechen CBD daher angstlösende Eigenschaften zu. Bevor diese zunĂ€chst theoretische Einsicht aber in handfeste praktische Empfehlungen umgesetzt werden kann, sind viele Fragen zu klĂ€ren.

Leider ist die Studienlage zu den eben genannten angstmildernden Effekten tatsĂ€chlich noch eine der besseren. Hinweise, unter anderem aus Tiermodellstudien und retrospektiven Studien (also beides Studien, die aufgrund ihrer Methodik keine allgemeinen Aussagen zulassen), gibt es außerdem auf mögliche antidepressive Effekte, einen positiven Einfluss auf das Schmerzempfinden, den Schlaf und die FĂ€higkeit, mit Stress umzugehen.

Aber auch hier gilt wieder: Von einer Studienlage, die generelle Aussagen zulÀsst (geschweige denn eindeutige Handlungsempfehlungen), sind wir weit entfernt.

Was hilft sonst bei PMS?

Die Verwendung von CBD zur Verbesserung PMS-bedingter Beschwerden muss also derzeit noch als Experiment gelten – wenngleich viele Nutzer von guten Ergebnissen berichten.

Jenseits von CBD können Betroffene aber noch auf andere, eher klassische Methoden zurĂŒckgreifen: Leichte Schmerzmittel wie AcetylsalicylsĂ€ure (Aspirin) oder Ibuprofen zum Beispiel können oft das Schlimmste verhindern und sog. Diuretika (harntreibende Mittel) können Wassereinlagerungen wĂ€hrend der zweiten ZyklushĂ€lfte (Achtung: Wortspiel!) eindĂ€mmen. Auch die Anti-Baby-Pille wird gern in diesem Zusammenhang verschrieben – das kann aber mit unerwĂŒnschten Nebenwirkungen einhergehen und nicht jede Frau fĂŒhlt sich wohl mit dem Gedanken, dauerhaft Hormone einzunehmen. Und – ihr könnt es euch vielleicht schon denken – natĂŒrlich solltet ihr solche Maßnahmen immer mit eurem Arzt besprechen.

Wer es lieber ohne Medikamente probieren will, sollte versuchen, regelmĂ€ĂŸig Sport zu machen: Der kann nĂ€mlich helfen, Stimmungsschwankungen zu reduzieren und gilt hier sogar als ziemlich effektiv (und selbst wenn nicht – so’n bisschen Sport hat ja noch keinem geschadet!).

Außerdem kannst du versuchen, Tee-, Zucker-, Alkohol-, Salz- und Koffeinkonsum einzuschrĂ€nken und im Alltag Stress zu vermeiden (ach ne
!).

Kalzium und Vitamin D seien an dieser Stelle ebenfalls empfohlen. Hierzu gibt es im Zusammenhang mit PMS ebenfalls eine Empfehlung. Auch von pflanzlicher Seite gibt es noch UnterstĂŒtzung: Hinweisen zufolge kann Mönchspfeffer helfen. Noch eher unklar ist Sinn und Nutzen von Akupunktur und Reflexzonenmassage.

Zaubert CBD nun mein PMS weg oder nicht?

Ist also CBD das neue Wundermittel gegen PMS? So gern wir dir das auch sagen wĂŒrden
 vermutlich nicht. Das liegt aber gar nicht einmal unbedingt daran, dass CBD keinen Effekt hĂ€tte – PMS ist als Krankheitsbild einfach viel zu komplex. Die Liste an möglichen Beschwerden ist lang und jeder Körper ist anders. Und so reizvoll es scheint, nach einer one-for-all Lösung zu suchen, die allen Betroffenen die Linderung all ihrer Symptome verspricht – dass eine solche Lösung jemals gefunden wird, ist ziemlich unrealistisch.

Aber kein Grund, die Flinte ins Korn zu werfen: Schon ein paar kleine Verbesserungen hier und da können bereits einen riesigen Unterschied machen. Und – wer weiß – vielleicht haben wir ja bald Gewissheit darĂŒber, ob CBD Produkte kaufen, wie z.B. CBD Öl und CBD Fruchtgummis nun seinen Teil dazu beitrĂ€gt oder nicht. Erste Anzeichen dafĂŒr lassen sich reichlich finden.

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